Teilzeitwohnen

Ein Nachnutzungskonzept entlang der Gutensteinerbahn


ABSTRACT

Ländliche Räume sind dynamisch und unsere Lebensweisen unterliegen einem ständigen Wandel, dennoch idealisiert die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung traditionelle Wohnmodelle. Alternativen sind kaum vorhanden.Die vorliegende Arbeit umfasst ein Nachnutzungskonzept sowie eine Umbaustrategie für fünf baugleiche Bahnhofsgebäude entlang der Gutensteinerbahn. Der Entwurf soll illustrieren, wie bestehende Flächen geteilt und gemeinschaftlich genutzt werden können, um einerseits wichtige Ressourcen zu sparen und andererseits neuen Wohn- und Lebensbedürfnissen gerecht zu werden, um eine sozial und ökologisch nachhaltige, aber auch lebendige Zukunft zu gestalten.Einleitend werden im Kapitel „Wie wollen wir wohnen?“ drei unterschiedliche, alternative Wohnformen der Umgebung anhand qualitativer Interviews vorgestellt und verglichen. Im Rahmen einer Recherche zu fünf innovativen Wohnmodellen der Ausstellung „Home economics“, die anhand des Faktors „Zeit“ entworfen wurden, wird die Art und Weise, wie wir planen und wohnen, infrage gestellt und gleichzeitig neue Ansätze präsentiert. Das untersuchte Projekt „Potteries Thinkbelt“ von Cedric Price umfasst das Konzept einer dezentralen Universitätslandschaft mit mobilen Unterrichtsräumen und dient somit als Referenz für meinen territorialen Umgang mit dem Thema Wohnen.Das zweite Kapitel „Ankommen im Piestingtal“ analysiert das Tal, die 1877 eröffnete Gutensteinerbahn und die fünf Bestandsgebäude und bildet eine wesentliche Grundlage für das Nutzerkonzept, das im dritten Kapitel „Teilzweitwohnen: ein Szenario“ veranschaulicht wird.Die historischen Prozesse und morphologischen Gegebenheiten führten dazu, dass das Piestingtal sowohl zu einem wichtigen Arbeitsstandort als auch zu einem beliebten Wochenendziel und Erholungsgebiet wurde. Um den daraus resultierenden hohen Pendlerströmen und wenig genutzten Zweitwohnsitzen entgegenzuwirken, werden die baugleichen Bahnhofsgebäude, die durch den Wandel unserer Lebensweise und den damit einhergehenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen des ländlichen Raumes ihre ursprüngliche Funktion verloren haben, zu geteilten Wohnungen umgebaut. Diese können unter der Woche von Arbeiterinnen und Arbeiter und am Wochenende von Erholungssuchenden genutzt werden. Dadurch wird ein Raum für multilokal lebende Menschen geschaffen. Zudem entstehen neben den klassischen Wohnräumen kollektive, öffentliche und halböffentliche Räume für die Gemeinden, Zugreisende und Bewohnerinnen und Bewohner, um individuelle Entfaltung und zwischenmenschliche Begegnungen zu ermöglichen.

VERFASSER:IN
Fröhlinger Lea

JAHR
2024

STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT
Pernitz

LINK ZUR ARBEIT

Cookie Consent mit Real Cookie Banner