post Einfamilienhaus

Aufzeigen einer nachhaltigen flächensparenden Bauweise im ländlichen Raum – Schwerpunkt Waldviertel


ABSTRACT

In Zeiten des Klimawandels, der mit der Zunahme von Extremwettereignissen einhergeht, sowie einer fortschreitenden Bodenversiegelung, die den Abfluss von Oberflächenwässer bei Starkregen erschwert, ergeben sich auch für den Wohnungsmarkt in Zukunft große Herausforderungen. Demgegenüber steht der anhaltende Trend des Einfamilienhauses im ländlichen Raum. Eine Problematik, an der bereits jahrelang geforscht wird – jedoch bisher mit keiner Patentlösung. Ziel der Diplomarbeit war es, Lösungen für flächensparende Wohnformen im ländlichen Raum mit Schwerpunkt auf das Waldviertel aufzuzeigen, um das Zeitalter „post Einfamilienhaus“ einzuläuten. Dafür wurde eine Literaturrecherche inklusive Fotodokumentation von Best-Practice Beispielen durchgeführt. Ebenso sollten mittels eines standardisierten Onlinefragebogens mögliche Beweggründe für die Errichtung eines Eigenheims dargelegt und erläutert werden, unter welchen Umständen potentielle Bauwerber*innen flächensparende Alternativen in Erwägung ziehen. Die Ergebnisse der Befragung zeigten, dass durchaus Bereitschaft in der Bevölkerung zu einem Umdenken in der Baukultur besteht. Dies bedingt jedoch die Schaffung eines ansprechenden Angebots seitens der öffentlichen Hand, finanzielle Anreize (z.B. im Rahmen der NÖ Wohnbauförderung) sowie der Fokus auf gemeinschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen. Die Rahmenbedingungen müssten verbessert werden und Projekte initiiert werden, die Privatsphäre, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und ausreichend Flächen für Garten und etwaige Nebengebäude mitberücksichtigen.Die ausgewählten Projekte setzen auf Nachverdichtungen und Umbauten innerhalb des bestehenden Ortsbereiches an, wo eine Nutzungsdurchmischung mit Versorgung von Gütern des täglichen Bedarfs garantiert werden kann. Wohnbauprojekte, die auf die ressourcenschonende Nutzung von naturnahen Baustoffen (z.B. Holz, Lehm, Stroh) Bedacht nehmen, erweisen sich als besonders zukunftsweisend, da der gesamte Lebenszyklus der Rohstoffe mitberücksichtigt und die Recyclingquote verbessert werden kann. Dem Bauen im Bestand und innerhalb der Siedlungsverbände sollte künftig ein besonderes Augenmerk zukommen, um dadurch einen Beitrag zur nachhaltigen Bodennutzung zu leisten. Ein wichtiger Handlungsrahmen ergibt sich durch die Sensibilisierung der Bevölkerung hinsichtlich der Problematiken aus gesellschaftlicher (z.B. endliche Ressourcen, Vulnerabilität bei Extremwetterereignissen) und individueller Sicht (z.B. Steueraufwendungen). Zusätzlich können sich durch die Berücksichtigung von Wohnbedürfnissen in unterschiedlichen Lebenssituationen insgesamt positive Effekte für die Gesellschaft und das Zusammenleben untereinander ergeben.

VERFASSER:IN
Widhalm Stefanie

JAHR
2023

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT
Waldviertel

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