ABSTRACT
Die Bewältigung der Klimakrise zählt zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und ihre Auswirkungen werden immer deutlicher sicht- und spürbar. Um die gesetzten Ziele, nämlich die Treibhausgasemissionen bis 2040 auf netto null zu reduzieren, erreichen zu können, ist ein ambitioniertes Handeln unumgänglich. Die Energieraumplanung, welche sich mit den räumlichen Komponenten des Energiebedarfs sowie der Energiegewinnung beschäftigt, bietet hier einen idealen Ansatzpunkt. Energieraumplanung wurde bisher meist entweder sektoral, also für einzelne Themenbereiche von den Ländern oder sonst von den Gemeinden in ihrem Wirkungsbereichen. Dadurch fehlt sowohl eine integrierte, also gemeinsame Sicht auf die unterschiedlichen Themenbereiche, als auch eine überörtliche, koordinierte und abgestimmte Planung. Diese Arbeit versucht genau diese Lücke mit der Entwicklung eines neuen Raumordnungsinstruments, dem „regionalen Energieraumplan“ zu füllen. Es handelt sich hierbei um eine integrierte, regionale Planung, welche sich inhaltlich mit den Themenbereichen Strom, Wärme, Siedlung & Mobilität auseinandersetzt. Anhand der Beispielregion 10vorWien werden, auf einer umfassenden Bestandsanalyse aufbauend, zunächst Einsparungspotenziale erarbeitet und in einem nächsten Schritt auf die Gebiete mit den größten Einsparungspotenzialen reduziert. Die verbleibenden Potenzialgebiete werden als Fokusgebiete im Energieraumplan dargestellt. Zusätzlich erarbeitet wurden Eignungszonen für die Siedlungsentwicklung, welche sich ebenfalls durch ihre großen Potenziale auszeichnen, sich aber auch auf bestehende Siedlungsgebiete erstrecken und somit aufzeigen, wo Potenzialgebiete für die Innenentwicklung liegen. Das Ergebnis umfasst dabei nicht nur den auf das Wesentliche reduzierten „regionalen Energieraumplan“, sondern auch eine online Google-MyMaps Karte mit einer umfassenden Kartierung des Bestands sowie der Potenziale. Dieses Tool, das ohne Vorkenntnisse bedient werden kann, ermöglicht einen einfachen Einstieg in die Thematik und vor allem eine Planung unter Einbindung der lokalen Akteurinnen und Akteure. Der entwickelte Planungsprozess bietet so außerdem die Grundlage für eine gute Wiederholbarkeit in anderen Regionen. So wie der Erstellungsprozess dieser Arbeit, handelt es sich um einen iterativen Prozess, der in Abstimmung mit den regionalen Akteurinnen und Akteuren eine schrittweise Planung mit Feedbackschleifen ermöglicht. Im Rahmen der Umsetzungspotenziale wird schließlich dargelegt, wie das bestehende Instrument des Überörtlichen Raumordnungsprogramms dazu genutzt werden kann, die Inhalte des Energieraumplans mit einer höheren Verbindlichkeit im Rahmen einer Verordnung zu etablieren.
VERFASSER:IN
Tmej Stefan
JAHR
2022
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
ORT
