Die Malzfabrik Ering

Geschichte, Bauforschung und Revitalisierung


ABSTRACT

Der Charakter der in Niederbayern in der Region Landshut liegenden Hofmark Ering, welche das älteste Dorf der gleichnamigen Gemeinde ist, wird wesentlichvon drei Bauwerken geprägt: Dem Schloss aus dem 18. Jahrhundert, der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ aus dem 15. Jahrhundert sowie der Malzfabrik von 1896/1897. Stehen diese sowohl gemeinsam als auch getrennt voneinander unter Schutz, zum einen als Einzeldenkmäler, zum anderen als Ensemble, so ist ihre bauliche Substanz in einem ruinösen Zustand. Teile der Struktur der Malzfabrik sind durch ihren langen Leerstand seit den 70er Jahren irreversibel verloren gegangen: Dazu zählt das Dach des Kesselhauses, große Teile des Dachs des Maschinenhauses, ein zur Hälfte abgebrochener Schlot, Fenster und Ziegel der massiven Außenwände. Durch die eindringende Nässe verfällt das Bauwerk zusehends. Um dies nicht länger tatenlos zu akzeptieren, gründete eine Einwohnerin Erings, Veronika Zunner-Fadhli, 2015 den Verein „Projekt Malzfabrik Ering e.V“. Heute zählt dieser 41 Mitglieder und hat das Bestreben, das Bauwerk für alle Bürger zugänglich und nutzbar zu machen. Um das Vorhaben zu unterstützen und das gesamtegeschichtliche Erbe der Mälzerei für nachkommende Generationen zu erhalten,wurde im Zuge dieser Arbeit der historische Hintergrund der Malzfabrik in seinem Kontext rekonstruiert. Der ursprüngliche Nutzen der Fabrik, die Malzbereitung, wurde anhand des typischen Aufbaus einer Mälzerei aus dem späten 19. Jahrhundert erklärt und auf die Mälzerei Ering zugeschnitten. Die Arbeit beschreibt den IstZustand des Gebäudes, sowohl mit seinen Schäden als auch seinen Besonderheiten und stellt fünf bereits revitalisierte Mälzereien in Deutschland vor. Nach einem detaillierten Überblick über die Demografie Erings legt sie unter Berücksichtigung des denkmalpflegerischen Konzeptes und des rechtlichen Hintergrunds ein Nutzungskonzept vor, das zwei aufeinander aufbauende Entwurfsvorschläge bietet. Diese sehen die zukünftige Nutzung der Mälzerei als Kulturzentrum vor. Ein Ort zum Austausch, der Erholung und des Aufenthalts, sowohl für Bewohner als auch für Besucher, ist entstanden. Gastronomie, eine Bibliothek sowie Veranstaltungsräume haben Einzug erhalten und ein Saal mit Bühne für Kinovorführungen, Theatervorstellungen und kleine Konzerte wurde eingerichtet. Ein weiteres kulturelles Angebot ist in Form eines Museums, das sich über zwei Geschosse erstreckt, geboten. Übernachtungsmöglichkeiten für den Wander- und Radtourismus locken Reisende nach Ering in die Malzfabrik und sorgen so für genügend Besucher des neu entstehenden Zentrums. Ziel war es, die Räume der ehemaligen Fabrik zufüllen und dessen Substanz auf diese Weise vor dem Verfall zu bewahren. Die Mälzerei soll Initiator für weitere Revitalisierungskonzepte der leerstehenden, historischen Gebäude der Hofmark sein und das gesamte Dorf langfristig beleben

VERFASSER:IN
Tiefenbacher Sophia

JAHR
2022

STUDIENFACH
Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Deutschland, Niederbayern

ORT
Ering

LINK ZUR ARBEIT

Cookie Consent mit Real Cookie Banner