Ein Dialog über Zeit

Der Entwurf einer Umbaustrategie.


ABSTRACT

Die Klimakrise und zunehmende Ressourcenknappheit erfordern von der Architektur Handlungsbedarf. Der Erhalt und die Umnutzung von bestehenden Bauwerken müssen bei Möglichkeit dem Neubau vorgezogen werden. Demzufolge behandelt die vorliegende Arbeit die Thematik des Umbauens. Ziel ist das Entwickeln einer Umbaustrategie, welche schlussendlich anhand von Entwurfsfragmenten zu einem konkreten Bestandsgebäude – dem ehemaligen Sanatorium Wienerwald – zum Ausdruck gebracht wird.Der Aspekt der Ressourcenschonung und somit die Wiederverwendung im weitgehendsten Sinn, führt zunächst zur Reflexion von Grundsätzen der Denkmalpflege. So führte der im 19. Jahrhundert– durch die Urbanisierung, als Folge der Industrialisierung – ausgeübte Druck auf die Stadt, zu großangelegten Umnutzungs- und Umbauszenarien von Bestehendem. Die sich daraus entwickelnde moderne Denkmalpflege wurde dabei vor allem von den Grundsätzen John Ruskins beeinflusst. Wie unter anderem aus der Schrift „The Seven Lamps of Architecture“ hervorgeht, stehen Ruskins Ansätze unter dem Leitgedanken Konservieren – nicht Restaurieren und folgen der Logik, dass jede Schicht unverwechselbar aus ihrer Zeit stammen solle. Der bis heute noch dominierende Konservierungsgrundsatz führte jedoch zu einem denkmalpflegerischen Zwiespalt in der Praxis. Konkret kam es so vorwiegend zu Weiterbauten, die sich architektonisch vom historischen Bestand absetzten und sich so als Neu deklarierten.Als Antwort darauf leitet sich eine Umbauhaltung ab, die eine Erweiterung von vorgefundenen Atmosphären und Strukturen anstrebt. – Einen Dialog über Zeit zu schaffen. Als Grundlage für die Entwicklung der Umbaustrategie dienen die Erfassung der (Bau-)Geschichte und die zeichnerische Dokumentation des ehemaligen Sanatoriums.Die konkrete, fragmentarische Umbau-Entwurfsarbeit bedient sich der Methode, mit einer Liste an Parametern, wie Konstruktion, Wahrnehmung, Täuschung, Assoziation durch Neuinterpretation, etc., zu arbeiten.Des Weiteren wird der, von dem englischen Architektenpaar Alison und Peter Smithson geprägte Begriff as-found, als Entwurfshaltung aufgegriffen. Während sich physisch, erhaltene as-found-Elemente geradezu in einem direkten, anderen Kontext wiederfinden können, wird historischem as-found – dem Rückgriff von Elementen bis hin zu Raumatmosphären von vorhergegangenen Nutzungen – als Denkweise besonderes Augenmerk geschenkt.Die Entwurfsmethode und die eigene Haltung zum Bestand, bilden den konsistenten Charakter des Umbauentwurfs.

VERFASSER:IN
Trimmel Daniel

JAHR
2022

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT
Feichtenbach

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