Erholungszentrum

Umgestaltung einer ehemaligen Bäckerei in Pernitz


ABSTRACT

In unserer dynamischen und sich immer schneller verändernden Gesellschaft reagieren Städte und ländliche Gebiete unterschiedlich auf die Herausforderungen des Wandels. Das Stadt-Land-Gefälle zeigt sich deutlich: Wirtschaftskraft auf dem Land beträgt nur zwei Drittel des städtischen Niveaus und Arztbesuche erfordern doppelt so viel Fahrtzeit. Zudem sind die Einkommen niedriger, und Abwanderung sowie Überalterung setzen ein.1 Viele Gemeinden stehen vor derselben Realität von aussterbenden Ortskernen. Eine davon ist die Marktgemeinde Pernitz im Piestingtal, Niederösterreich. In seinen goldenen Jahren erlebte das Dorf eine Aufschwung an Infrastrukturen wie Gasthäuser, Hotels, Sanatorien und Erholungsheime. Abgesehen davon und der Tatsache, dass es einst für seine erholsame Landschaft als wichtiger Anziehungspunkt bekannt war, sind heute viele der Zeugen dieser Geschichte nur noch verlassene Gebäude, die jedoch noch immer ein großes Potenzial in sich tragen.Durch die Auseinandersetzung mit der örtlichen Realität wurden persönliche Gespräche mit den Einwohnerinnen und Einwohnern geführt, um ein tieferes Verständnis der aktuellen Situation gewinnen zu können. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass es in Pernitz viele Wochenendhäuser gibt, die nicht dauerhaft bewohnt sind. Dies zeigt, wie die Tradition des Dorfes als Entspannungsort weiterhin verborgen bleibt und Potenzial für eine Wiederbelebung bietet.In der Architektur spricht man von Renovierung und Restaurierung im praktischen Sinne. Doch hier soll ein tieferer Sinn zugeschrieben werden, indem es nicht nur um die Restaurierung des ursprünglichen Zustands geht, sondern um das Wiederaufleben einer verlorenen Geschichte. Eine Strategie kristallisiert sich dabei heraus: Kleine gezielte Eingriffe, die den Bestand unterstreichen. Ein Zubau, der teilweise die Sprache des Bestands aufnimmt, aber auch eigenständige architektonische Akzente setzt, indem er moderne Materialien und Formen verwendet, die im Dialog mit der bestehenden Struktur stehen.Der Rückzug zur Natur und der Wunsch nach einem langsameren Lebensstil gewinnen heute immer mehr an Bedeutung. So wird der Umbau einer ehemaligen Bäckerei als ein Schritt gesehen, um eine neue, zugleich traditionelle Art der Erholung zu bieten.

VERFASSER:IN
D’Anna Giovanni

JAHR
2024

STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT
Pernitz

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