Eine neue Nachbarschaft

Analyse und Perspektiven der bedrohten siebenbürgisch-sächsischen Straßendörfer und Streckhöfe untersucht am Bauerbe Hetzeldorfs


ABSTRACT

Siebenbürgen, im Karpatenbogen Rumäniens gelegen, zeichnet sich durch eine besondere, von mehreren Kulturgruppen geprägte Siedlungslandschaft aus. Die Region im heutigen Zentralrumänien wurde im 12. Jahrhundert von den Siebenbürger Sachsen bevölkert, welche seither neben weiteren deutschen, ungarischen und rumänischen Volksgruppen im Karpatenraum existieren. Eine Vielzahl von politischen Umschwüngen kennzeichnet die Geschichte Siebenbürgens, welche im 20. Jahrhundert mit dem Sturz des rumänischen Diktators Ceaușescu einen Wendepunkt in der Existenz der Siebenbürger Sachsen aufzeigt. Dieser löste eine kollektive Abwanderung der Sachsen aus, die damit ihre Straßendörfer, Kirchenburgen und Streckhöfe hinterließen. Das gegenwärtige Ortsbild der siebenbürgisch-sächsischen Dörfer zeigt neben einigen gepflegten Hofbeständen Vernachlässigung, Verformung bis hin zum Verfall des traditionellen Bestandes auf.Mit der folgenden Arbeit wird das vernakuläre Bauerbe der Siebenbürger Sachsen analysiert, um dessen Ursprung, Entwicklung sowie kulturellen Hintergrund zu verstehen und folglich dessen Transformation am Fallbeispiel Hetzeldorf/Ațel zu untersuchen. Über 30 Jahre nach dem Exodus scheint der weitere Erhalt des Bauerbes bedenklich und dessen Bewahrung gewinnt im Kontext des fortlaufenden Wandels weiter an Relevanz. Durch eine kritische Auseinandersetzung der Bewahrungsversuche relevanter Akteure und deren Strategien, werden zukünftige Perspektiven eingeschätzt. Abschließend werden in Anbetracht vergangener und gegenwärtiger Herausforderungen Potenziale und Chancen für den zukünftigen Erhalt des gefährdeten Bauerbes formuliert.

VERFASSER:IN
Kartmann Denise

JAHR
2024

STUDIENFACH
Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Rumänien

ORT
Hetzeldorfs

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