Österreichweite Analyse mit Fokus auf den ländlichen Raum
ABSTRACT
In den letzten 32 Jahren ist in Österreich der Kfz-Bestand bereits um mehr als die Hälfte angestiegen. Speziell der ländliche Raum verzeichnet ein höhere PKW-Dichte, da durch die vorzufindenden Siedlungsstrukturen die meisten Alltagswege mittels eigenen privaten PKWs zurückgelegt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das individuelle Verkehrsmittel im Schnitt knapp 23 Stunden am Tag nicht bewegt wird, währenddessen das Fahrzeugteilen durch die Nutzervielfalt mehrere Stunden pro Tag verwendet wird. Um einerseits die CO2-Emissionen zu verringern und andererseits ein alternatives Mobilitätsangebot für die ländliche Bevölkerung zu ermöglichen, soll (E-)Carsharing als Baustein für eine nachhaltige Mobilitätswende in der Masterarbeit näher beleuchtet werden. Das Konzept „Nutzen statt besitzen“ ermöglicht der Bevölkerung ohne einen tatsächlichen Autobesitz ein flexibles Mobilitätsange-bot. Da Carsharing bereits speziell im urbanen Raum näher betrachtet wurde und der ländliche Raum als Forschungsobjekt eine untergeordnete Rolle einnimmt, beinhaltet die Masterarbeit zusätzlich zu der einführenden Literaturrecherche eine umfangreiche empirische Erhebung. Im Rahmen dieser österreichweiten Analyse mit Fokus auf den ländlichen Raum wurden sowohl Carsharing-Betreiber als auch Klima- und Energiemodellregionsmanager als Experten zu diversen Themenbereichen des (E-)Carsharings interviewt. Dies dient dazu unterschiedliche Perspektiven (Regions-, Betreiber- und Nutzersicht) für die Etablierung eines erfolgreichen (E-)Carsharings im ländlichen Raum abzubilden und zusammenzufassen. Für die Ausbreitung des (E-)Carsharing-Modells im ländlichen Raum müssen einheitliche und richtungsweisende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Da es in Österreich noch sehr wenige Gesetzesmaterien gibt, die Rahmenbedingungen für (E-)Carsharing klar definieren, ist vorerst die Notwendigkeit einer Sharing-Strategie auf übergeordneter Ebene gegeben. Die Experteninterviews haben gezeigt, dass zielgruppenunabhängig die Zentralität des Standortes und die Nähe zum Wohnstandort von Bedeutung sind und höhere Fahrzeugauslastungen generieren. Die Berücksichtigung und Verknüpfung einer Schnittstelle zu anderen Verkehrsmitteln wird für die Umsetzung einer intermodalen Wegekette als hilfreich und unterstützend angesehen. Daher soll der Fokus auf den Wohnbau und die intermodale Wegekette für die Realisierung eines (E-)Carsharings im ländlichen Raum gelegt werden. Die Interviews der Vorstandsmitglieder von Carsharing Österreich zeigten, dass die Erfahrungen der Mitglieder vielseitig und unterschiedlich sind. Diese Vielfalt soll zur weiteren Optimierung der Angebote genutzt werden. Daher ist eine solche Plattform zum Informationsaustausch und als Interessensvertretung sehr geeignet.
VERFASSER:IN
Schalko Christina Maria
JAHR
2023
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
übergreifend
ORT
übergreifend
