Does personal practicability set the moral limit?

Astudy on consumer motives for participation in alternative food networks in the Donau-Iller-Region


ABSTRACT

Alternative Lebensmittelnetzwerke (AFNs) stellen, verglichen zu regulären Supermärkten, ein Gegenangebot zur herkömmlichen Lebensmittelbeschaffung dar. Besonders beliebt sind sie bei Städter:innen, auf urbanen Zentren liegt gleichzeitig das Hauptaugenmerk der Forschung. Die vorliegende Arbeit untersucht die Motive ländlicher Verbraucher:innen hinsichtlich ihrer AFN-Teilnahme in drei vorwiegend ländlichen süddeutschen Landkreisen. Zusätzlich werden Erreichbarkeitsaspekte miteinbezogen, dies wurde in vorherigen Forschungsarbeiten weitgehend außer Acht gelassen. Erreichbarkeit wird als besonders relevant für ländliche AFN-Teilnehmende erachtet, da die ländliche Infrastruktur weniger dicht aufgebaut ist als die städtische. Durch einen umfassenden Blick auf AFNs in den drei Landkreisen, werden die Motive der Verbraucher:innen durch Einordnung der Ergebnisse in praktikabilitäts- und moralitätsorientierte Kategorien analysiert. Die 17 AFN-Teilnehmenden werden in semistrukturierten Interviews befragt, welche mit modifizierten Entscheidungsexperimenten kombiniert sind, um den Einfluss von Distanz und Preis genauer zu untersuchen. Die Raumanalyse der Studienregion erfolgt durch internetbasierte Recherche. Die Ergebnisse der Interviews zeigen, dass Erreichbarkeitsaspekte für ländliche Konsument:innen wichtig sind, aber nicht den entscheidenden Faktor für eine AFN-Teilnahme darstellen. Die Hauptmotivation wird einerseits von selbstbezogenen Anreizen, wie qualitativen Aspekten dominiert und andererseits von lebensstilbezogenen Zielen, beide gehören der Praktikabilitätskategorie an. Moralitätsaspekte sind selten entscheidend für eine AFN-Teilnahme, allerdings gewinnen sie an Bedeutung, je länger eine solche Teilnahme besteht. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind für weitere Forschungen im ländlichen AFN-Umfeld von Bedeutung, sowohl bei Untersuchungen hinsichtlich der Konsument:innenseite als auch in Bezug auf andere AFN-Teilnehmende, wie Landwirt:innen oder Betriebsleiter:innen. Ebenso sollten AFNs größere Beachtung in der ländlichen Versorgungstruktur finden. Schlüsselwörter: alternative Lebensmittelnetzwerke, Konsumentenmotive, ländliche Gebiete, semistrukturierte Interviews, Motivkategorisierung

VERFASSER:IN
Wachter Gabriele

JAHR
2022

STUDIENFACH
Ökologischer Landbau

UNIVERSITÄT
BOKU Wien

BUNDESLAND/LAND
Deutschland, Bayern

ORT

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