Motivationen, Akteursnetzwerke und Herausforderungen
ABSTRACT
Coworking Spaces (CWS) haben das Potenzial, ländliche Räume aufzuwerten, können aber in peripheren Lagen an mangelnder Nachfrage scheitern. Trotzdem gründen immer mehr Betreiber:innen CWS. Diese Arbeit untersucht ihre Perspektiven, Motive und die beteiligten Akteur:innen, um zukünftige Gründer:innen zu unterstützen und Fördermaßnahmen zu verbessern. Mit Hilfe der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) wurde die soziale und physische Präsenz von CWS in Gemeinden analysiert. Die Daten aus 14 Interviews zeigen, dass Netzwerke meist privat, homogen und lokal sind und persönliche Bekanntschaften für die Unterstützung entscheidend sind. Institutionen sind selten involviert, außer bei den von Gemeinden engagierten Betreiber:innen. Persönliche Betroffenheit von Missständen motiviert zur Gründung und Unterstützung von CWS, die als lokale Lösungen für (u.a. strukturelle) Herausforderungen wahrgenommen werden. Zu den Erfolgsstrategien gehören die Anpassung an lokale Bedürfnisse und die Diversifizierung des Angebots. Häufig subventionieren Einzelvermietungen weniger rentable soziale Angebote. Die Arbeit eröffnet neue Perspektiven auf die Potenziale von CWS und sieht Betreiber:innen als wertvolle Expert:innen für lokale Bedürfnisse. Eine stärkere institutionelle Vernetzung könnte helfen, von ihrem Wissen zu profitieren, Förderkonzepte und Erfolgskriterien zu evaluieren und zur Enttabuisierung des Scheiterns beizutragen und sollte daher zukünftig angestrebt werden.
VERFASSER:IN
Wagner Carina
JAHR
2024
STUDIENFACH
Raumforschung und Raumordnung
UNIVERSITÄT
Universität Wien
BUNDESLAND/LAND
übergreifend
ORT
übergreifend
