Zwischen Freundschaft und Feindschaft

(Über-)Tourismus & der Kulturgüterschutz durch das UNESCO-Welterbe : eine Arbeit über Wechselwirkungen, Konfliktfelder und -ursachen sowie Potentiale & Lösungen entlang der Fallbeispiele Dürnstein und Hallstatt


ABSTRACT

Erklärtes Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, zunächst nach den Antriebskräften für den mancherorts ausufernden Tourismus – in der Forschung als Overtourism bezeichnet – zu fragen. Zudem soll den konkreten Herausforderungen, die mit Overtourism speziell an UNESCO-Welterbeorten einhergehen, nachgespürt werden, um letztendlich eine Diskussion über notwendige Lösungswege anstoßen und führen zu können. – Nachdem mithilfe der Forschungsliteratur ein Überblick zu den diesbezüglich bereits bestehenden Erkenntnissen und Diskussionslinien geschaffen wurde, sollte hier auch eine eigene empirische Arbeit am Beispiel der Welterbeorte Hallstatt (OÖ) und Dürnstein (NÖ) etwas mehr Licht ins Dunkel bringen. Den inhaltlichen Schwerpunkt der empirischen Arbeit stellte dabei die Auswertung von Experteninterviews dar, wobei bewusst mehreren Perspektiven (Bürgermeister der beiden Orte, je ein Vertreter einer Hallstätter Bürgerinitiative und der Österreichischen UNESCO-Kommission) Raum gegeben wurde – da bisher insbesondere die Sicht der UNESCO in Diskussionen zur Overtourism-Problematik zu kurz kam. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht so sehr der Welterbetitel per se, sondern vielmehr das Marketing im Allgemeinen sowie im Speziellen auch mit dem Welterbestatus die Zunahme des Tourismus an Welterbestätten wie Hallstatt und Dürnstein befördert. Weitere Antriebsfaktoren für Overtourism sind zudem das zunehmend reisefreudigere Ausland und die rege Berichterstattung zu sowie das Drehen von (später beliebt werdenden) Filmen an betroffenen Orten. In jüngster Zeit sind auch besonders die sozialen Medien (Stichwort: Selfie-Trend) in ihrer Breitenwirkung nicht zu unterschätzen! Der so beförderte Übertourismus bringt vielfältige Probleme im ökologischen, gesellschaftlich-kulturellen und ökonomischen Sinne mit sich, die allesamt direkt oder indirekt gefährdendes Potential für den Schutz von Welterbe (in seiner Authentizität und Substanz) entfalten können. Dementsprechend gilt es, bestehende Probleme dringend in Angriff zu nehmen, wozu es alle beteiligten Akteure braucht. Bisher scheitern zukunftsträchtige Lösungen nämlich (noch) an bestehenden Machtverhältnissen bzw. an einzelnen Stakeholdern und deren Interessen, weswegen nicht zuletzt die UNESCO als Institution gefordert ist, im Rahmen ihrer völkerrechtlichen Möglichkeiten (auch öffentlich und gegebenenfalls medial) Handlungsdruck aufzubauen und betroffene Orte zu unterstützen. – Großartig strafen und vorschreiben kann sie – wie irrtümlicherweise oft von kritischen Stimmen verlangt – allerdings nicht, schließlich haben sich die zur Welterbekonvention beigetretenen Staaten freiwillig zum verstärkten Schutz der in ihrem Verantwortungsbereich liegenden Stätten verpflichtet.

VERFASSER:IN
Gruber Katrin

JAHR
2024

STUDIENFACH
Externe Organisationen

UNIVERSITÄT
JKU Linz

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich, Oberösterreich

ORT
Hallstatt, Dürnstein

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