Von verbauten Ufern und verlorenen Seezugängen

Zur Umweltgeschichte des Faakersees ab 1830


ABSTRACT

Die Verbauung der Seeufer und die fehlende öffentliche Zugänglichkeit wurden und werden in Kärnten, wie in Österreich, wiederholt öffentlich diskutiert. In dieser Arbeit werden diese Themen anhand einer historischen Aufarbeitung für das Fallbeispiel des heute touristisch geprägten Faakersees behandelt. Die Landnutzungsänderungen in der Uferregion und die Entwicklung der Zugänglichkeit werden mit fünf auf Katasterdaten basierenden Landnutzungskarten zwischen 1831 und 2023 analysiert. Zudem werden qualitative Quellen für die Darstellung der Rolle des Tourismus und der öffentlichen Diskussion um die Entwicklung des Gewässers genutzt. Das Konzept der Kolonisierung natürlicher Prozesse ermöglicht es, diese Teile zu einer Umweltgeschichte zu vereinen und die Interaktionen zwischen natürlichem und sozialem System aufzuzeigen. Dadurch zeigte sich, dass sich der Faakersee von einem agrarischen zu einem Siedlungsgebiet entwickelte. Der Trend der steigenden Verbauung beschleunigte sich in dem beobachteten Zeitraum ungebrochen trotz zweier Weltkriege, Finanzkrisen und anderer Ereignisse. Die Siedlungsentwicklung fand hauptsächlich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen statt. Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden touristischen Interessen am Faakersee trieben die Verbauung des Ufergebietes voran. In der Zwischenkriegszeit begann die Parzellierung und Bebauung von Ufergrundstücken, welche sich bis 2023 fortsetzte. Die öffentliche Zugänglichkeit fiel von einem Höchstwert von knapp 60 % der Uferlinie im Zeitschnitt 1907-10 auf 3,8 % im Jahre 2023. Verschiedenste Akteure äußerten Kritik an und lancierten Initiativen gegen diesen Verlust freier Seezugänge und der steigenden Verbauung ab den 1930er Jahren, blieben jedoch erfolglos.

VERFASSER:IN
Großegger Luca

JAHR
2024

STUDIENFACH
Soziale Ökologie

UNIVERSITÄT
BOKU Wien

BUNDESLAND/LAND
Kärnten

ORT
Faakersee

LINK ZUR ARBEIT

Cookie Consent mit Real Cookie Banner