Vom Leerstand zur Nachnutzung im Bregenzerwald
ABSTRACT
Leerstand ist in vielen Gebieten Österreichs eine Thematik, die im Raum wahrgenommen werden kann. Es handelt sich dabei um die Symptome eines wirtschaftlichen und sozialen Prozesses, in dem die Ursachenforschung an ihre Grenzen stößt. Im Bregenzerwald ist Leerstand insofern raumprägend, da in der sich schnell entwickelnden Region wirtschaftliches und soziales Wachstum und Stillstand in Form von Leerstand gegenüberstehen.Diese Arbeit stellt sich die Frage, wie die Pole Leerstand und Nachnutzung thematisch in der Region zusammenhängen und wie sich durch einen Vergleich der beiden Themen Rückschlüsse und Erkenntnisse ziehen lassen. Dabei stellt sie dieses implizit generierte Wissen aus der Region in Verhältnis zueinander und kann im Kontext mit gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen, wie Bodenverbrauch und dem Erhalt der Kulturlandschaft Erkenntnisse liefern. Voll.Leer. geht dabei, in Anlehnung an den Titel der Arbeit, von einer konsekutiven und weniger von einer kausalen Verknüpfung der beiden Themen aus.Methodisch stehen in der Arbeit die Leerstände in den Untersuchungsorten und die Protagonist:innen der untersuchten Nachnutzungen im Fokus der Forschung. Durch den explorativen Zugang der Forschung ergibt sich in der Arbeit ein tiefer Einblick in die einzelnen Beispiele. Der anekdotische Charakter der Wissensgenerierung ist gleichzeitig ein wesentliches Stilmittel der Arbeit und versucht dadurch die Generalisierung im Prozess von Leerstand zur Nachnutzung zu verhindern. Voll.Leer. liefert mit den Thesen ein Grundverständnis der Verknüpfung zwischen den untersuchten Leerstands- und Nachnutzungsbeispielen. Die Arbeit versucht weniger auf generelle Handlungsvorschläge hinzuwirken, sondern das eigene Handlungspotenzial zu überdenken und Möglichkeiten anhand von Beispielen aus der Leerstandserhebung aufzuzeigen.Für interessierte Akteur:innen kann diese Arbeit ein Anstoß sein Leerstand mit Nachnutzung zu befüllen. Dabei wird deutlich, dass die Nachnutzung von Leerstand in vielen Fällen erst funktioniert, wenn Gebietskörperschaften insbesondere auf Landesebene tätig werden und Anreize in Form von zu entwickelnden Förderregimen implementieren, oder die Gegebenheiten der Einzelfälle zusammenpassen und die Intention dahinter vorhanden ist.
VERFASSER:IN
Hofer Philip
JAHR
2022
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Vorarlberg
ORT
Bregenzerwald
