Virtuell-aufsuchende Jugendarbeit in ländlichen Räumen

Eine Chance zur Erweiterung des Aktionsradius der ansässigen mobilen Jugendarbeit in der Leader-Region Elsbeere-Wienerwald?


ABSTRACT

Die Entwicklung ländlicher Räume und die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen sind Ziele, die sowohl auf europäischer, nationaler als auch auf regionaler Ebene die strategische Raumentwicklung prägen. Aufgrund starker sozial-räumlicher Veränderungstendenzen, die besonders das dörfliche Leben junger Menschen betreffen, nimmt in ländlich geprägten Regionen die Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen einen hohen Stellenwert ein. Den in ländlichen Regionen wohnhaften jungen Menschen ist die Möglichkeit öffentlich zugängliche und niederschwellige Hilfsangebote von Jugendeinrichtungen wahrzunehmen, durch infrastrukturelle, zeitliche sowie soziokulturelle Hindernisse häufig verwehrt. Das Internet bietet eine Chance, diese Hindernisse zu überwinden und durch neuartige digitale Formen der Jugendarbeit einen Zugang zu schwer erreichbaren Zielgruppen zu schaffen. Eine Methode, die das Potential hat, durch ihren Einsatz mehr Kinder und Jugendliche in ländlichen Regionen zu erreichen, ist die virtuell-aufsuchende Jugendarbeit. Am Beispiel der LEADER-Region Elsbeere-Wienerwald untersuchte die folgende Arbeit, unter welchen Voraussetzungen die Methode der virtuell-aufsuchenden Jugendarbeit den Aktionsradius der ansässigen Jugendeinrichtung erweitern kann beziehungsweise wie mehr Kinder und Jugendliche erreicht werden können. Zusätzlichwurde am Beispiel des Projekts „Digital Streetwork Bayern“ überprüft, ob der Ansatz der digitalen Streetwork das Potential besitzt in Bezug auf die Fragestellung der Masterarbeit ebenso eine sinnvolle methodische Ergänzung bei der ansässigen Jugendeinrichtung darstellen kann. Das Forschungsdesign gliedert sich in einen theoretischen und kontextuellen Abschnitt sowie einen empirischen Teil. Das Hauptaugenmerk des empirischen Abschnitts liegt auf problemzentrierten Experteninterviews, deren Fokus auf der Beantwortung der Forschungsfragen und Unklarheiten in Bezug auf die digitale Jugendarbeit lag. Durch die Auswertung der Interviews, die angelehntan das thematische Kodierungsverfahren nach Flick stattfand, kristallisierten sich fünf Handlungsempfehlungen beziehungsweise Bedarfe für die ansässige mobile Jugendarbeit heraus: • Eine Sozialraumanalyse mit Fokus auf die virtuelle Lebenswelt der Adressat:innen, • die Erarbeitung eines fachlich fundierten Konzepts, • die Bereitstellung von personellen, finanziellen und zeitlichen Ressourcen, • den Einsatz eines digitalen Streetworkers oder einer digitalen Streetworkerin • und obligatorische Aus- und Weiterbildungen für die Fachkräfte.

VERFASSER:IN
Janko Albin

JAHR
2023

STUDIENFACH

UNIVERSITÄT
Universität Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT
Elsbeere-Wienerwald Neulengbach

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