Ein Winzer-Hub für genossenschaftliche Kooperation, nachhaltigen Tourismus und den Erhalt der Kulturlandschaft
ABSTRACT
Weinbauregionen sind deutschlandweit mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, hervorgerufen durch wirtschaftlichen Druck, steigenden Kosten, klimatischen Veränderungen und Folgen des demografischen Wandels. Insbesondere die Existenz kleinerer Familienbetriebe ist dabei bedroht. In der Moselregion stellen die dort besonderen Steillagen eine zusätzliche Herausforderung für den regionalen Weinbau dar, weil diese überwiegend von Hand bewirtschaftet werden müssen. Aufgrund der dadurch hohen Produktionskosten werden die Kulturlandschaften der Region vermehrt stillgelegt, weil sie wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind. Hierdurch entstehen weitreichende Folgen für das ökologische Gleichgewicht, die kulturelle Identität und die touristische Attraktivität der Region.Vor diesem Hintergrund versucht die vorliegende Arbeit durch die Transformation des Weinguts Louis Klein in Traben-Trarbach an der Mittelmosel einen prototypischen architektonischen Lösungsansatz zu entwickeln. Ziel ist es, ein architektonisches Konzept zu schaffen, das auf die Frage reagiert: wie Architektur als kooperative Plattform wirken kann, um die Kultur und Identität der Region nachhaltig zu stärken?Im Fokus steht die Entwicklung eines „Winzer-Hubs“, der auf genossenschaftlichen Organisationsprinzipien, nachhaltigem Tourismus und partizipativer Kulturvermittlung basiert. Dabei wird Architektur nicht nur als bauliche Maßnahme verstanden, sondern als sozialräumliche Infrastruktur, die Akteuren aus Weinwirtschaft, Bildung, Tourismus und Öffentlichkeit miteinander verknüpft. Der Entwurf verbindet historische Bausubstanz und zeitgenössische Architektur im Sinne von adaptiven Umnutzungsstrategien und bringt den Strukturwandel der Region in einen räumlichen Dialog.Die vorliegende Arbeit stützt sich in ihrer theoretischen Dimension auf Impulse aus dem genossenschaftlichen Weinbau, dem Nanotourismus und der Weinarchitektur. Ergänzend werden Strategien der Initiativen wie „Faszination Mosel“, „Via Mosel“ und der Stadt Traben-Trarbach analysiert und architektonisch interpretiert. Die Arbeit leistet somit einen Beitrag zur Weiterentwicklung von architektonischen Strategien, um kulturelle Resilienz zu stärken und neue Formen sozialer und kooperativer Raumnutzung zu ermöglichen.
VERFASSER:IN
Neuheuser Marco
JAHR
2025
STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Deutschland, Rheinland-Pfalz
ORT
Traben-Trarbach
