RUTOPIA

Eine Rurale Utopie für das Ortszentrum von Egg in Vorarlberg


ABSTRACT

In den letzten Jahren haben der ländliche Raum und dessen zukünftige Entwicklung in der Architektur und Raumplanung an Bedeutung gewonnen. Während viele ländliche Gebiete in Österreich mit Abwanderung, Leerständen und Zersiedelung zu kämpfen haben, mangelt es an einem Zukunftsdiskurs für jene Gebiete, die von diesen Problemen weniger betroffen sind. Solchen Orten, die trotz fortschreitender Urbanisierung als ländlich gelten und auch so betrachtet werden möchten, fehlt es an Visionen und Utopien für ihre Zukunft.Diese Masterarbeit untersucht die Zukunft ländlicher Räume am Beispiel einer dieser Gemeinden, der Marktgemeinde Egg in Vorarlberg. Angesichts der aktuellen Planungen einer innerörtlichen Umfahrung für das Zentrum und eines zentrumsnahen Neubaugebiets auf einer stillgelegten Gewerbefläche, werden in Egg derzeit weitreichende räumliche Entscheidungen diskutiert und getroffen, die langfristige Auswirkungen auf die räumliche Entwicklung des Zentrums haben werden. Die Diskussion über diese Entwicklungen wird jedoch mit wenig Einbezug der Bevölkerung geführt und ohne eine ganzheitliche Debatte über die Zukunft von Egg. Die geplanten Vorhaben werden die Zukunft der Gemeinde und ihre Bewohner*innen aber langfristig beeinflussen.Die Arbeit wagt durch einen experimentellen Ansatz den Versuch, eine rurale Utopie für das Ortszentrum Egg zu kreieren. Es soll die Frage beantwortet werden, wie eine rurale Utopie für das Ortszentrum entwickelt werden kann und wie daraus räumliche Maßnahmen abgeleitet werden können, die die Entwicklung in Richtung dieser Utopie initiieren. Nach der Auseinandersetzung mit der Entstehung von Utopien wird auf ländliche Utopien und deren Mangel eingegangen, sowie der „ländlicher Raum“ als Begriff dekonstruiert.Die Arbeit basiert auf einem Verständnis des Utopiebegriffs, das sich von einem Tabula rasa distanziert. Stattdessen versteht sich der Begriff hier ausschließlich aufbauend auf den Transformationspotentialen des Bestands, die zu Beginn durch Begehungen, Raumanalysen und Gesprächen mit Akteur*innen identifiziert werden. Die kreierte rurale Utopie „RUTOPIA“ vereint durch einen integrativen Ansatz die Aspekte Baukultur, Dorfkultur, Freiraum, Mobilität und Governance und deren Verschränkungen als Bausteine der Utopie. Basierend auf diesen Bausteinen werden Zukunftsbilder und räumliche Maßnahmen entwickelt, die den Transformationsprozess in Richtung der Utopie anstoßen sollen.Ableitend vom Prozess der Entwicklung, Übersetzung und Initiierung der ländlichen Utopie, werden anschließend Empfehlungen abgeleitet, die als Hilfestellung für den Entwurf weiterer ruraler Utopien dienen sollen.Ziel der Arbeit ist es, durch die exemplarische Auseinandersetzung mit der zukünftigen Entwicklung des Ortszentrums Egg einen breiteren, gemeinschaftlichen Zukunftsdiskurs im Ort anzustoßen. Außerdem soll die Arbeit zu einer differenzierteren Betrachtung ländlicher Räume und ihrer Zukunft beitragen und zur Gestaltung weiterer ländlicher Utopien motivieren.

VERFASSER:IN
Immler Amanda

JAHR
2024

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Vorarlberg

ORT
Bregenzerwald

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