Raumordnerische Instrumente als Beitrag zur Schaffung von leistbarem Wohnraum in Niederösterreich


ABSTRACT

Die Sicherstellung von leistbarem Wohnraum ist ein zentrales Element bei der Abdeckung der Grundbedürfnisse. Insbesondere seit dem Jahr 2020 sind Niederösterreicher:innen mit stark steigenden Wohnkosten konfrontiert. Die Bereitstellung von Wohnraum zu Bedingungen, die für den Großteil der Bevölkerung leistbar sind, wird zunehmend herausfordernd. Zur Abfederung dieser Entwicklungen gibt es in Niederösterreich diverse wohnungspolitische Maßnahmen. Instrumente der Raumordnung werden hierfür bisher nicht angewendet. Insgesamt kann festgestellt werden, dass in den strategischen Dokumenten und Programmen, die mittels vergleichender Inhaltsanalysen ausgewertet werden, die Bedeutung von leistbarem Wohnen erkannt wird und folglich eine Zustimmung zu möglichen Maßnahmen ableitbar ist.Das Ziel der gegenständlichen Diplomarbeit ist die Weiterentwicklung der niederösterreichischen Raumordnungsinstrumente. Dadurch soll ermöglicht werden, dass von Seiten der Raumordnung zur Schaffung von leistbarem Wohnraum beigetragen werden kann. Dafür wird zunächst eine Analyse der aktuellen Situation zum Thema Wohnen in Niederösterreich durchgeführt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf gemeinnützigen Wohnbau. Neben der Aufbereitung statistischer Kennwerte wird der Umgang mit dem Thema Wohnen in vier Beispielgemeinden näher dargestellt. Hierfür werden leitfadengestützte Expert:inneninterviews durchgeführt. Die planungssystematischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zum Thema Wohnen werden mittels Rechtsdokumentenanalyse ausgewertet. Diese erweisen sich als komplex, insbesondere da es sich um eine Querschnittsmaterie handelt. Folglich müssen Raumordnungsinstrumente, die in das Thema leistbares Wohnen eingreifen, kompetenzrechtlich abgestimmt werden. Ein wesentlicher Teil der Arbeit ist die Darstellung und Einordnung der Raumordnungsinstrumente anderer österreichischer Bundesländer, die bereits über raumordnerische Möglichkeiten verfügen, leistbares Wohnen zu unterstützen. Dadurch werden Best-Practice-Beispiele eruiert, die zur Entwicklung entsprechender raumordnerischer Instrumente in Niederösterreich herangezogen werden. Auf diesen Grundlagen stützend werden die verschiedenen raumordnungsrechtlichen Möglichkeiten planungsfachlich eingeordnet und bewertet.Aufbauend auf den Analysen und planungsfachlichen Einschätzungen werden Empfehlungen für Niederösterreich abgeleitet. Neben weiteren Maßnahmen sollte beispielsweise leistbares Wohnen im Zielkatalog des niederösterreichischen Raumordnungsgesetzes verankert und ein Widmungszusatz für förderbaren Wohnbau eingeführt werden.

VERFASSER:IN
Schrabauer Johannes

JAHR
2023

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT
St. Leonhard am Forst, Klosterneuburg, Wiener Neustadt, St. Pölten

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