Potenzial für sanfte Mobilität in Kleinstädten

Ableitung von Handlungsempfehlungen anhand empirisch gewonnener Erkenntnisse am Beispiel der Stadtgemeinde Ried im Innkreis


ABSTRACT

Im österreichischen ländlichen Raum ist der motorisierte Individualverkehr in der Wahl des täglichen Verkehrsmittels immer noch vorherrschend, was diverse Probleme wie Luftverschmutzung, Lärm, Gesundheitsschäden und verminderte Verkehrssicherheit mit sich bringt. Als Lösung für diese Problemlage kann ein Ausbau sanfter Mobilität gesehen werden, was jedoch in Kleinstädten kaum erforscht ist. Diese Arbeit befasst sich daher mit dem Potenzial und Bedarf für den Ausbau sanfter Mobilität in Zentren des ländlichen Raums. Zusätzlich setzt sich die Arbeit zum Ziel, die oberösterreichische Kleinstadt Ried im Innkreis als Beispielstadt zu untersuchen, um beispielhaft Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger*innen österreichischer Kleinstädte auszusprechen. Um die gestellte Forschungsfrage zu beantworten, werden zunächst bestehende Literatur zu sanfter Mobilität und Best Practice Beispiele konsultiert. Im empirischen Teil werden anschließend drei Expert*inneninterviews (Auswertung durch qualitative Inhaltsanalyse nach MAYRING und FENZL) und eine anonyme Befragung von 86 Bewohner*innen (statistische Auswertung) von Ried im Innkreis durchgeführt. Diese empirischen Ergebnisse werden in einer SWOT-Analyse zusammengefasst, anschließend in Bezug auf die theoretischen Vorüberlegungen diskutiert und Handlungsempfehlungen werden zunächst für Kleinstädte generell, dann für die Beispielstadt ausgesprochen. Es kann gefunden werden, dass die Bevölkerung von Kleinstädten sowie Expert*innen offen für sanfte Mobilität sind und ein Großteil der Wünsche nach sanfter Mobilität zwischen Theorie, Praxisbeispielen, Expert*innen und der befragten Bevölkerung übereinstimmt; insbesondere der Wunsch von 71 % der Befragten nach besseren bzw. sichereren Fahrradwegen in der Stadt, der Wunsch eines Ausbaus der Zug- und Busverbindungen auch in die Umlandgemeinden von 69 % der Befragten und nach häufigerer Frequenz öffentlicher Verkehrsmittel von 55 % der Befragten. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Arbeit, dass auch in Kleinstädten Potenzial für den Ausbau sanfter Mobilität besteht und die Bevölkerung durchaus bereit ist, auf motorisierten Individualverkehr zugunsten sanfter Mobilitätsformen zu verzichten, sobald die passende Infrastruktur durch Entscheidungstragenden zur Verfügung gestellt wird.

VERFASSER:IN
Starkmann Sarah

JAHR
2024

STUDIENFACH

UNIVERSITÄT
Universität Wien

BUNDESLAND/LAND
Oberösterreich

ORT
Ried im Innkreis

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