Leitfaden zur Erstellung eines Managementplans für die Kulturlandschaft Kellergassen und Kellerviertel


ABSTRACT

Kellergassen und Kellerviertel prägen, eingebettet in ihre Umgebung, seit Jahrhunderten die österreichische (Weinbau-)landschaft. Sie sind vorwiegend in Niederösterreich, im Nord- und Südburgenland, aber auch in deren angrenzenden Weinbaugebieten zu finden. Presshäuser und Weinkeller (fortan als Keller bezeichnet) entstanden hauptsächlich außerhalb des dörflichen Siedlungsgebietes in der Nähe der Weinbauflächen und entwickelten eine einzigartige Kulturlandschaft. Je nach Region unterscheiden sich die Objekte in ihrer Bauweise und in ihrer Einbettung in die Landschaft. Wenngleich die Keller eine unterschiedliche Erscheinungsform aufweisen, verbindet sie eine gemeinsame Vergangenheit sowie die gleichartige zukünftige Nutzungsform. Ursprünglich dienten sie als Produktionsstätte und Lagerplatz, wo der Wein bei konstant niedrigen Raumtemperaturen deponiert werden konnte. Heute steht die Kulturlandschaft unter großem Druck und muss einerseits mit Verfall und andererseits mit Übernutzung umgehen. Nur mehr wenige Presshäuser und Keller werden noch zur Produktion von Wein verwendet. Viele Bauten erfüllen nun einen touristischen Zweck oder werden für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ziel dieser Arbeit ist es die Motive für den Schutz und die Erhaltung sowie für die behutsame Weiterentwicklung von Kellergassen und Kellerviertel aufzuzeigen und einen Leitfaden zur Erstellung eines Managementplans zu erarbeiten. Dabei wird zunächst auf Kulturlandschaften im Allgemeinen und in weiterer Folge spezifisch auf Kellergassen und Kellerviertel eingegangen.Im Bereich des Welterbes ist die Erstellung eines Managementplans für die Aufnahme in die Welterbeliste obligatorisch, da er den Rahmen für zukünftige Entscheidungen vorgibt sowie besondere Herausforderungen und Potentiale definiert. Er kann jedoch auch ein wichtiges Instrument für die nachhaltige Entwicklung einer Region darstellen und bietet ein probates Mittel, um Zielsetzungen und Maßnahmen festzuhalten. Auch wenn Kellergassen und Kellerviertel von außen betrachtet vielerorts unverändert erscheinen, haben sich ihre Verwendung und ihre Nutzungsansprüche stark gewandelt. Um die Keller und die Kulturlandschaft jedoch in ihrem ursprünglichen Charakter erhalten zu können, ist es wichtig, Maßnahmen für eine behutsame (Weiter-)Entwicklung festzulegen sowie rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen bzw. diese zu evaluieren. Die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen ist sowohl bei der Erstellung als auch bei der Umsetzung ein wesentlicher Baustein, um das Fortbestehen des besonderen Charakters der Kulturlandschaft und ihrer Bestandteile zu garantieren.Ein Managementplan für die Kulturlandschaft der Kellergassen und Kellerviertel, wie er in der vorliegenden Arbeit skizziert wird, versteht sich als ganzheitliches, strategisches Papier. Er fokussiert sich in erster Linie auf wichtige Schutz- und Erhaltungsmöglichkeiten und auf die Zusammenarbeit in Form eines Netzwerks, kann jedoch auch die mögliche Basis für eine potentielle Nominierung als Weltkulturerbe darstellen.

VERFASSER:IN
Karner Lina Barbara

JAHR
2023

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich, Burgenland

ORT
Kellerviertel

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