Rübenplätze zwischen Zuckerproduktion Siedlung und Landschaft neu entdecken
ABSTRACT
Die österreichische Zuckerproduktion ist in Bewegung. Wirtschaftliche, klimatische und rechtliche Rahmenbedingungen ändern sich rasant und haben zur Folge, dass sich der Anbau der Zuckerrübe für Landwirt:innen längst nicht mehr als besonders lukrativ erweist. Anbauflächen nehmen rapide ab, Rübenhalden auf den Lagerplätzen schrumpfen sichtlich und den Zuckerfabriken fällt Stück für Stück ihr wichtigster Rohstoff weg. (vgl. Statistik Austria 2020)Mit dem sogenannten Zuckerpakt konnte der seit 2015 anhaltende Trend für die Kampagne 2021/22 vorläufig gestoppt und die Leopoldsdorfer Zuckerfabrik vor der bevorstehenden Schließung bewahrt werden. (vgl. Marihart & Karpfinger 2020) Langfristig stellt sich dennoch die Frage, wie die Zukunft der österreichischen Zuckerproduktion aussehen wird. Für Planer:innen impliziert das, sich frühzeitig mit den räumlichen Aspekten dieser Veränderungsprozesse auseinanderzusetzen und sie mitzugestalten.Diese Abschlussarbeit widmet sich daher dem Rübenplatz. In Österreich stehen aktuell rund 60 solcher Plätze der Rübenlogistik als Sammel-, Lager- und Verladestation zur Verfügung. (vgl. Agrana 2018) In Hinblick auf die Entwicklungen in der Zuckerproduktion und im Sinne eines effizienten Umgangs mit der Ressource Boden ist es notwendig, den Nutzen des Rübenplatzes kontinuierlich zu beurteilen. Und genauso notwendig erscheint es mir, dort neue Perspektiven zu eröffnen, wo Rüben sich vom Platz zu lösen beginnen:Was soll mit dem Rübenplatz geschehen, wenn er nicht mehr für die Zuckerproduktion gebraucht wird? Zur Beantwortung dieser zentralen Fragestellung gilt es zunächst Umwelt, Räume und Prozesse der Zuckerproduktion in Österreich zu verstehen und daraus Thesen für den (derzeitigen und potentiellen) Nutzen des Rübenplatzes abzuleiten. Welche (räumlichen) Qualitäten machen den Standort für andere Nutzungen interessant? In Bezug auf eine Neuausrichtung der Rübenplätze ist es hilfreich, neue Lesarten für diese Orte zu entdecken. Daher werden 18 Rübenplätze im westlichen Weinviertel unter Berücksichtigung planerischer Kriterien bewertet und in eine „Rübenplatz-Typologie“ übersetzt.Und wie können Rübenplatz-Transformationen konkret aussehen? Abschließend wird der Fokus auf jene Fälle in der Untersuchungsregion gerichtet, die als besonders oder gegensätzlich erscheinen. Für diese Auswahl werden Szenarien konstruiert, die konkret und motivierend aufzeigen, was es für die Transformationen benötigt und wie ein „Rübenplatz der Zukunft“ aussehen kann.
VERFASSER:IN
Wizke Denis
JAHR
2022
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich
ORT
Weinviertel
