Raum für lokale Produktion in einem leerstehenden Supermarkt in Pernitz
ABSTRACT
Unsere Beziehung zu der Lebensmittelherstellung, unser Kaufverhalten für den täglichen Gebrauch, haben schwerwiegende Folgen auf unsere Umwelt, sowohl auf das Gebaute als auch auf die Natur. Die Lebensmittelherstellung bestimmt durchaus unser soziales Leben und begleitet die Entwicklung unserer Gesellschaft bzw. deren Geschichte.Unser Entwurf versucht Alternativen in einem Maßstab einer kleinen Ortschaft anzuwenden, dem Dorf Pernitz. Die Architektur soll hier sowohl die Qualität des Essens beeinflussen und fördern, als auch den sozialen Aspekt stärken, der beim Prozess des Herstellens und des ge- meinsamen Konsumierens besteht.Nach einer näheren Analyse der allgemeinen Versorgung und Nahversorgung in Pernitz haben wir verschiedenen Akteure beobachten können. Im Vordergrund stehen heute vor allem die großen Supermarktketten vor Ort.In diesen standardisierten und profitorientierten Strukturen scheint leider kaum Raum für die Vielfalt und das Angebot lokaler Lebensmittelprodukte zu bleiben. Die Priorität liegt vor allem bei der Gewinnmaximierung, dies passiert jedoch zu Lasten der kleineren, lokalen Produzenten, die keinen Zugang mehr zu dieser Art der Vermarktung haben.Dabei war die Idee, einen Gegenpol zu dem bestehenden Verkaufsweg zu schaffen, wobei die Verbindung zwischen traditioneller Produktion und modernen Konsumgewohnheiten im Vordergrund steht.Das Gebäude wird im Projekt in zwei Zonen aufgeteilt: einerseits ein fester Produktionsbereich mit der notwendigen Infrastruktur, andererseits ein flexibler Mittelbereich, der sowohl zur Herstellung und Vorbe- reitung, als auch zum Konsum und Verkauf dient.Zentral für die Umnutzung dieses Raumes stehen lokalen Produzenten: ihnen sollen neue Möglichkeiten geboten werden, Produkte herzustellen und diese zu vermarkten. Das Ziel besteht darin, diese Produzenten, die bislang sozusagen abseits arbeiteten, in den Mittelpunkt zu rücken.Dieser neu geschaffene, interaktive Raum soll sich zu einem lebendigen Zentrum entwickeln. Es soll ein Ort des Austauschs entstehen, in dem interessierte Dorfbewohner die Herstellung von Lebensmitteln beobachten, verfolgen und dabei lernen können. Hier können Menschen ihre Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und ihre eigenen Fähigkeiten durch Beobachtung und gegenseitige Unterstützung vor Ort verbessern.Die “Centrale” soll so als Initiator für ein kulinarisches Umdenken in Pernitz wirken, dabei vorhandene Stärken pflegen und soziale-wirtschaftliche Aspekten der Ortsgemeinschaft positiv beeinflussen.
VERFASSER:IN
Dissegna Lukas
JAHR
2024
STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich
ORT
Pernitz
