Revitalisierung eines Industrieareals als Chance für die Kleinstadt
ABSTRACT
Die Kleinstadt bewegt sich im Spannungsfeld zwischen der Großstadt und dem Dorf. Sie ist weder groß noch klein, weder nur urban noch nur ländlich, sondern etwas zwischen diesen zwei Polen. Mitten in diesem Spannungsverhältnis befindet sich die Kleinstadt Magstadt.In der Stadtregion Stuttgart, die von ihrem hohen Verstädterungsgrad und ihrer räumlichen Dezentralität geprägt ist, kommt der Kleinstadt dabei eine besondere Rolle zu. Diese Rolle und die Bedeutung der Kleinstadt im Netz der Metropolregion sollen in dieser Arbeit kritisch hinterfragt und anschließend gestalterisch verhandelt werden. Dabei geht es vor allem um einen Gegenentwurf zur Verödung der Kleinstadt zum suburbanen, monofunktionalen Wohnquartier, der stattdessen auf Nutzungsmischung, attraktive Stadtgestaltung und Identitätsbewahrung setzt.Konkret befasst sich die Arbeit mit der Umgestaltung eines aufgegebenen Fabrikareals im inner(klein)städtischen Kontext, sowie dem angrenzenden leerstehenden Bauernhaus. Der heterogene Ort inmitten von Wohnhäusern ist dabei der Ausgangspunkt für Überlegungen zum Umgang mit dem historischen industriellen und landwirtschaftlichen Erbe und der Geschichte der Stadt. Das Potenzial einer neuen Dichte muss vor dem Hintergrund des Flächenfraßes der Region und der Kleinstadtstruktur auf der anderen Seite sensibel ausgelotet werden. In der Beziehung des Areals zum historischen Stadtkern mit Marktplatz und Kirche eröffnet sich die Frage der Dezentralität auch im Inneren der Kleinstadt und schafft einen Anstoß, die Hauptstraße neu zu gestalten. Das Ziel dabei ist es, einen Ort zu schaffen, der die gesamte Stadt aufwertet, alle Bewohner anspricht und als Beispiel für weitere Kleinstädte und deren Umgang mit Konversionsflächen dienen kann.
VERFASSER:IN
Kientsch Daniel
JAHR
2023
STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Deutschland, Baden-Württemberg
ORT
Magstadt
