ABSTRACT
Tirol ist von alpinen Naturgefahren geprägt. Durch die zunehmende Überschneidung von Siedlungs- und Gefährdungsbereichen steigen auch die raumplanerischen Herausforderungen. Der geringe Dauersiedlungsraum, das steigende Schadenspotential und klimawandelinduzierte Veränderungen der Gefährdungssituation erfordern einen strategischen und nachhaltigen Umgang mit gefährdeten Bereichen. Der Gefahrenzonenplan kategorisiert die vorhandene Gefahr und ist Grundlage für eine allfällige Risikobewertung. Entsprechend relevant ist er für die örtliche Raumplanung, die mit Örtlichen Raumordnungskonzepten, Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen die Siedlungsentwicklung möglichst umfangreich steuert. Die Abwägung, welche Nutzungen trotz Gefährdung zugelassen werden sollen, hängt maßgeblich von den lokalen Gegebenheiten, der detaillierten Gefahrensituation, der geplanten Nutzung und den raumplanerischen Zielvorstellungen ab. In Tirol zeigt sich in dieser Hinsicht ein breites Spektrum an Maßnahmen, wodurch sich ein großer Spielraum für individuelle Regelungsmöglichkeiten bietet. Bei der strategischen Siedlungsentwicklung im Örtlichen Raumordnungskonzept, diversen Widmungseinschränkungen sowie bei möglichen Vorgaben im Bebauungsplan und im Bauverfahren, zeigen sich die vorhandenen Chancen dieser flexiblen Vorgehensweise, aber auch die Risiken, die damit einhergehen. Es müssen raumplanerische Antworten im Spannungsfeld zwischen dem richtigen Maß an Sicherheit und dem Vermeiden einschneidender Einschränkungen gefunden werden, ohne dabei die Gesamtperspektive aus den Augen zu verlieren. Schließlich hat die Raumplanung die Aufgabe, im Namen des öffentlichen Interesses die bestmögliche Siedlungsentwicklung zu forcieren. Der Gefahrenzonenplan ist dabei ein wesentliches Instrument, dessen Funktion im Rahmen dieser Arbeit umfassend in den raumplanerischen Kontext eingebettet und analysiert wird.
VERFASSER:IN
Berger Simon
JAHR
2023
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Tirol
ORT
übergreifend
