Agrarflächenschutz in der Regionalplanung

Methodische Grundlagen und planerischer Entwurf von landwirtschaftlichen Vorrangzonen im Rahmen von Regionalen Entwicklungsprogrammen


ABSTRACT

Böden erfüllen neben ihrer Trägerfunktion für viele Abläufe anthropogenen Ursprungs auch wichtige biologische Funktionen. Sie fungieren unter anderem als Kohlenstoffspeicher, Schadstofffilter, Lebensmittel- und Rohstofflieferant oder als Wasserspeicher. Landwirtschaftlich genutzte Böden bilden eine große Teilmenge aller Böden in Österreich und sehen sich immer wieder intensiven Eingriffen ausgesetzt. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Siedlungs- und Betriebsgebieten und den oftmals gleichen Anforderungskriterien an die Flächen stehen landwirtschaftlich genutzte Böden unter hoher Flächenkonkurrenz. Durch den geringeren Stellenwert einer landwirtschaftlichen Nutzung im Vergleich zu einer potenziellen Nutzung für Bau- oder Verkehrstätigkeiten ist vielfach Bodenversiegelung und -verbrauch sowie der Verlust hochwertiger Produktionsflächen für die Landwirtschaft die Konsequenz. Abseits der Reduktion der Bodeninanspruchnahme kann der zielgerichtete Schutz landwirtschaftlicher Flächen zudem zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels, zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit oder zum Schutz wertvoller Kulturlandschaften beitragen.Ein grundsätzliches Bekenntnis zum Bodenschutz ist seit langer Zeit in vielen Verwaltungsbereichen,von der europäischen bis zur regional-lokalen Ebene in diversen Willenserklärungen zu beobachten.Konkrete Bestrebungen, landwirtschaftliche Böden im regionalen Kontext verbindlich zu schützen, sindin den österreichischen Bundesländern nur in Ansätzen vorhanden. In vielen Teilen des Landes obliegt die Entscheidung, ob wertvolle landwirtschaftliche Böden eine Umwidmung erfahren, den Gemeinden im Rahmen der örtlichen Raumplanung, da eine regionale Abstimmung zum Teil fehlt oder nicht ausreichend umgesetzt wird. Es besteht somit die Notwendigkeit, hochwertige Agrarflächen aktiv zu beplanen und Entscheidungsgrundlagen für eine stärkere Berücksichtigung der Flächenansprüche der Landwirtschaft zu erarbeiten.Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, einen Entwurf des Planungsinhalts „landwirtschaftliche Vorrangzonen“ im Rahmen eines regionalen Entwicklungsprogrammes in der ausgewählten Beispielregion Mittelburgenland zu entwickeln. Zentral sind dabei die fachlichen, methodischen undrechtlichen Rahmenbedingungen, welche zu einem konsequenten Schutz landwirtschaftlicher Böden beitragen. Anhand einer GIS-Analyse werden die, aus regionaler Sicht, besonders für die landwirtschaftliche Produktion geeigneten Flächen ermittelt und dargestellt. Die dabei erarbeiteten Entscheidungsgrundlagen fließen in die exemplarische Umsetzung von landwirtschaftlichen Vorrangzonen in einem überörtlichen Raumordnungsprogramm ein.Zusätzlich zu den fachlich-methodischen Rahmenbedingungen sind die rechtlichen Bestimmungen für die ermittelten Zonen wesentlich für deren Wirksamkeit. Der Entwurf eines Verordnungstextes samt Erläuterungen legt exemplarisch dar, wie konsequenter Agrarflächenschutz in der Regionalplanung umgesetzt werden kann. Die grundsätzlichen Aussagen sind dabei nicht nur auf die Beispielregion, sondern im übertragbaren Sinne österreichweit, anwendbar.

VERFASSER:IN
Ensbacher Felix

JAHR
2023

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Burgenland

ORT
Mittelburgenland

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