Über die Zukunft der Hintausbereiche in Niederösterreich


ABSTRACT

Die traditionellen Hintausbereiche sind in Niederösterreich Teil der landwirtschaftlich geprägten Dorfstrukturen (vgl. Amt der NÖ Landesregierung Raumordnung und Gesamtverkehrsangelegenheiten 2016). Der Hintausbereich kann grob als ein Bereich beschrieben werden, der in Straßen- und Angerdörfern hinter landwirtschaftlichen Wohnhäusern besteht und den eher betrieblichen Teil eines landwirtschaftlich genutzten Grundstücks darstellt (vgl. Pomaroli, Gilbert, persönliches Interview, Online, 06.03.2023, siehe Anhang 1.3.). Hintausbereiche weisen oftmals auch Gebäude auf, die die agrarische Dorfstruktur prägen. In vielen Regionen Niederösterreichs werden Hintausbereiche daher als Kulturgut und Element des regionalen räumlichen Charakters gesehen. Mit Fortschreiten des Strukturwandels der Landwirtschaft werden landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Anzahl weniger, gleichzeitig steigt die durchschnittliche Betriebsgröße in Niederösterreich (vgl. Statistik Austria 2020). Das bedeutet, dass Hintausbereiche zunehmend leer stehen, während größer werdende Betriebe ins Grünland migrieren (vgl. Stellner-Bichler, Anna, persönliches Interview, Online, 09.03.2023, siehe Anhang 1.4.). Gleichzeitig schreitet der Flächenverbrauch in Niederösterreich voran (vgl. Umweltbundesamt 2023). Der steigende Wohnraumbedarf und die Beliebtheit flächenintensiver Wohnformen in Niederösterreich treiben den Flächenverbrauch weiter (vgl. Statistik Austria 2022b: 31; Mayer et al. 2020: 195). Ein wichtiges Ziel der Raumordnung in Niederösterreich ist daher der flächensparende Umgang mit Boden (vgl. §1 Abs. Z. 3 lit. b NÖ ROG). In der vorliegenden Arbeit wird durch die Analyse dieser Sachverhalte aufgezeigt, dass Hintausbereiche, die nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, als Potenzialbereiche gesehen werden können, die durch Umnutzung und Nachverdichtung zu einer flächensparenden Nutzung des Bodens beitragen können. Dem gegenüber stehen die Widmungsfestlegungen der Hintausbereiche in der Gesetzgebung sowie die Anwendung dieser Festlegungen in der Praxis. Die Analyse dieser macht ersichtlich, dass das Potenzial der Umnutzung und Nachverdichtung der Hintausbereiche in der Gesetzgebung und Anwendung in der Praxis nicht unbedingt als solches erkannt bzw. gefördert wird. Darüber hinaus treten durch die unterschiedlichen Auslegungen des Widmungszusatz „Bauland-Agrargebiet Hintausbereiche“ einige Herausforderung in der örtlichen Raumordnung auf. Die vorliegende Arbeit soll dieses Spannungsfeld zwischen Herausforderungen, Potenziale, Theorie und Praxis der Hintausbereiche darstellen, analysieren und diskutieren. Abschließend wird die Forschung und die Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst werden und darauf basierend Empfehlungen entwickelt. Im Rahmen der Diplomarbeit wurden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden zur Bearbeitung der Forschungsfragen verwendet. Je nach Forschungsfrage wurden die Methoden unterschiedlich miteinander kombiniert. Die Literaturrecherche hat dabei die Basis der Arbeit gebildet, die durch Expert:innen-Interviews, Rechtsanalyse, Begehungen bzw. Beobachtungen vor Ort und Analyse von Fallbeispielen ergänzt wurde.

VERFASSER:IN
Hahn Clara

JAHR
2023

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT
übergreifend

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