Strategien zur Ortskernbelebung im ländlichen Raum

am Beispiel der Gemeinde Neudorf/ Novo Selo


ABSTRACT

Gemeinden im ländlichen Raum stehen oft vor der Herausforderung, dass bestehende Ortskerne ihre ursprünglichen Funktionen verlieren und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung nicht vorangetrieben wird. Einkaufs- und Fachmarktzentren außerhalb des Siedlungsraumes, wachsender Wohnraum an den Siedlungsrändern, unternutzter Gebäudebestand im Ortskern und zunehmender Abbau von Infrastrukturen – im Kontext dieses Spannungsfeldes blickt die vorliegende Diplomarbeit auf die Situation kleiner Gemeinden im ländlichen Raum. Als Untersuchungsraum wird die Gemeinde Neudorf/Novo Selo im Burgenland herangezogen. Erst kürzlich schloss in der unter 1.000 Einwohner*innen Gemeinde das letzte Wirtshaus im Ortskern. Damit ist ein kritischer Punkt hinsichtlich der Zukunft des Ortskernes erreicht.Anhand der ÖROK-Fachempfehlungen zur Stärkung von Orts- und Stadtkernen und eingebettet in die für eine kleine ländliche Gemeinde relevante Planungsebene, werden Lösungen für eine langfristige und zukunftsorientierte Ortskernbelebung herausgearbeitet. Ausgehend von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Untersuchungsgemeinde, unter anderem mithilfe leitfadengestützter Interviews mit lokalen Expert*innen und Entscheidungstragenden, wird die Umsetzung der ÖROK-Fachempfehlungen bisher, beziehungsweise die künftigen Umsetzungsmöglichkeiten resultierend aus den ÖROK-Fachempfehlungen in Neudorf überprüft. Good Practice Beispiele aus Österreich und Deutschland illustrieren die Wirkung der Umsetzung geeigneter Maßnahmen.Die vorliegende Arbeit zeigt, dass infolge von bewusster Auseinandersetzung mit den Herausforderungen für Ortskerne von Gemeinden im ländlichen Raum positive Entwicklungen – der Erhalt, die Verbesserung und die Sicherung – für einen belebten Ortskern erzielt werden können. Dabei ist es wichtig, frühzeitig zu handeln und neue Ideen als Impuls für die Gemeinde zu entwickeln. Als Ergebnis der vorliegenden Arbeit sind die Learnings in sechs Handlungsempfehlungen zusammengefasst: (1) Jetzt mutig handeln, (2) Bestehende Qualitäten nutzen, (3) Bewusstseinsbildung & Beteiligung, (4) Fachliche Unterstützung, (5) Gesamtheitliche Betrachtung und (6) Bestehende Instrumente und Förderungen nutzen.

VERFASSER:IN
Prünner Margit

JAHR
2023

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Burgenland

ORT
Neudorf

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