Values and power relations in Kyrgyzstan’s rural tourism development
ABSTRACT
Ländlicher und gemeindebasierter Tourismus (CBT) basiert auf den Idealen von Empowerment und Partizipation und zielt darauf ab, die lokale Entwicklung durch Engagement und Selbstverwaltung der Gemeinschaften zu fördern. In Kirgisistan, einem gebirgigen Land in Zentralasien mit begrenzten traditionellen Entwicklungsmöglichkeiten, wurde im Jahr 2000 von der Schweizer Entwicklungs-NGO Helvetas ein CBT-Netzwerk eingerichtet, um alternative Einkommensquellen in ländlichen Gebieten zu schaffen. Im Rahmen dieser Studie wurden während eines dreimonatigen Aufenthalts halbstrukturierte Interviews und teilnehmende Beobachtung durchgeführt, um Daten zu sammeln, die sich auf die Interaktionen zwischen lokalen Gemeinschaften, Entwicklungsorganisationen und dem globalen Tourismusmarkt konzentrieren. Die Studie schließt eine Forschungslücke beim Verständnis der soziokulturellen Auswirkungen des ländlichen und gemeindebasierten Tourismus in den letzten Jahren, indem sie dessen Entwicklung verfolgt und die Annahmen des CBT hinterfragt. Die Ergebnisse zeigen, dass der CBT zwar zur Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten beiträgt, seine Einnahmen aber nicht gleichmäßig verteilt und dadurch interne Machtungleichgewichte verstärkt werden. Das Aufkommen unabhängiger Gästehäuser außerhalb des CBT-Netzes, angetrieben durch digitale Technologien und von Gebern finanzierte Schulungen, verschärft den Wettbewerb weiter. CBT und ländlicher Tourismus haben das Potenzial zum Empowerment der Gastgeber, doch ist dies eng mit der Abhängigkeit von globalem Kapital und Entwicklungsprojekte beeinflussenden Trends verbunden, wie etwa „grünes Wachstum.“ Zu dieser Abhängigkeit gehört auch die Erfüllung der Erwartungen westlicher Touristen, die auf romantischen Vorstellungen beruhen. Diese Arbeit plädiert für eine nuancierte nuanciertes Verständnis und die Anwendung des Konzepts der community sowie für den Nutzen der Untersuchung von Werten im Kontext der Tourismusentwicklung. Sie diskutiert auch Machtverhältnisse und die Schwächen und Grenzen des gemeinschaftsbasierenden Tourismus, insbesondere im Kontext des Übergangs Kirgisistans vom Sozialismus zum neoliberalen Kapitalismus.
VERFASSER:IN
Eimansberger Lorenz Michael
JAHR
2024
STUDIENFACH
Kultur- und Sozialanthropologie
UNIVERSITÄT
Universität Wien
BUNDESLAND/LAND
Kirgisistan
ORT
übergreifend/ nicht ersichtlich
