Wie viel Stadt braucht es um Raum zu wagen? : eine Nutzer*innen- und Standortanalyse für kollektive, mobile Räume am Beispiel des Raum_Wagens in Neulengbach
ABSTRACT
Er ist knallrot, flexibel, mobil und hat eine große Klappe. Der Raum_Wagen in Neulengbach. Ein selbstorganisierter und nutzungsoffener Raum, entstanden aus einem alten Feuerwehranhänger.Jetzt gibt es im Raum_Wagen eine Küche, eine Werkstatt und flexibles Mobiliar, welches von raum_wagenden Menschen nach Belieben genutzt werden kann. Diese Menschen blieben aber bis dato aus und die Nutzung des Raum_Wagens war stark von einer Person abhängig: Michaela vom Verein Raum_Wagen. Das sollte sich ändern und dabei sollte diese Masterarbeit behilflich sein. Gemeinsam mit Michaela suchte ich nach neuen Menschen, die den Raum_Wagen nutzen möchten und nach neuen Ideen für eine Nutzung des kollektiven Raumes in Neulengbach. Ein partizipativer, aktionsbasierter Forschungszugang sollte zu den erhofften Ergebnissen führen, indem durch den Forschungsprozess ein Kennenlernen des Raum_Wagens ermöglicht werden würde. So könnten potenzielle neue Nutzer*innen den Raum_Wagen niederschwellig testen und es könnte erprobt werden, wie die unterschiedlichen Formate zur Bespielung des Raum_Wagens ankommen. Das Forschungsdesign war fertig und eine einwöchige Aktionswoche im Zentrum Neulengbachs sollte das Herzstück der Forschung bilden. Die Kommunalpolitik sah dies jedoch anders und wollte nicht, dass der Raum_Wagen für eine Woche das Zentrum Neulengbachs belebt. Ein neues Forschungsdesign musste her, neue Herausforderungen taten sich auf und die Bedingungen für die Aktionsforschung mit dem Raum_Wagen wurden zunehmend erschwert. Der Forschungszeitraum verlängerte sich aufgrund Anpassungen an die kommunalpolitischen und zivilgesellschaftlichen Partner*innen und ein hohes Maß an Flexibilität war notwendig. Insgesamt wurden über den gesamten Forschungszeitraum neben den wertvollen Erkenntnissen für den Raum_Wagen und Neulengbach auch wichtige persönliche Erfahrungen gemacht. Im September 2024 konnte die Aktionswoche, nach einem Jahr des Kennenlernens der Menschen und Dynamiken in Neulengbach,am Campingplatz Finsterhof stattfinden. Statt einer spontanen und ungeplanten Aktionswoche im Zentrum wurden, aufgrund des dezentralen Standortes, täglich unterschiedliche Veranstaltungen angeboten.Gemeinsam mit Praxispartner*innen von vor Ort wurde ein Programm für die 9-tägige Aktionswoche zusammengestellt und durchgeführt. Zusätzlich wurde der Raum_Wagen in diesen neun Tagen zu einem Treffpunkt für die Bewohner*innen des Campingplatzes. Der Standort ermöglichte keine Erforschung des Potenzials von spontan vorbeikommenden Menschen und deren Reaktionen. Daswäre durch einen Standort im Zentrum Neulengbachs ermöglicht worden und hätte zu anderen Erkenntnissen in Hinblick auf die Nutzungspotenziale des Raum_Wagens in Neulengbach geführt. Leider wurde dieser Möglichkeitsraum von der Kommunalpolitik verwehrt.Das Ziel dieser Masterarbeit besteht darin, Michaela bei der Entscheidungsfindung bezüglich der Zukunft des Raum_Wagens zu unterstützen. Die Entscheidung wird maßgeblich von den finanziellen und zeitlichen Ressourcen von Michaela, sowie dem kommunalpolitischen Willen Neulengbachs beeinflusst sein.
VERFASSER:IN
Gabriel Viktoria
JAHR
2025
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich
ORT
Neulengbach
