Am Beispiel des Wohnbauförderungsgesetzes des Landes Salzburg
ABSTRACT
Die Wohnbauförderung ist eines der größten wohlfahrtsstaatichen Umverteilungsmechanismen in Österreich. Es werden dabei soziale Ziele verfolgt, wie leistbaren Wohnraum für eine breite Bevölkerungsschicht zur Verfügung zu stellen, aber auch einen qualitativen hochwertigen und nachhaltigen Wohnraum zu errichten. Die Wohnbauförderung steht jedoch auch in derKritik, im Widerspruch mit Zielen der Raumordnung und des Flächenverbrauchs zu stehen. So werden beispielsweise zwar nachhaltige Gebäude gebaut, der Lageaspekt aber meistens nicht berücksichtigt, was zu einem erhöhten Flächenverbrauch und für die Bewohner:innen nachteiliger Standorte führt. Deswegen hat die Österreichische Raumordnungskonferenz in ihren Empfehungen definiert, dass ein Kriterienkatalog für die Ausweisung von Widmungen für gefördertes Wohnen entwickelt werden soll und dass die Wohnbauförderung generell stärker an die Ziele der Raumordnung angepasst werden muss.Dabei war das Bundesland Salzburg eines der Länder, das als erstes Wohnbauförderungsrichtlinien an diese Empfehlungen angepasst hat. Die vorliegende Arbeit setzt sich deshalb zum Ziel,die räumliche Steuerungswirkung dieser Gesetzesänderung zu evaluieren und der Frage nachzugehen, welche Standortkriterien generell förderbare/geförderte Wohnbauprojekte aufweisen sollten. Weiters wird erforscht, wie die Kooperation und Koordination zwischen Raumordnung und Wohnbauförderung generellgestärkt werden könnte. Es kommen dabei verschiedene qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz, wie Qualitative Interviews, Workshops, Literaturrecherche, statistische Analysen,der Wohnbau- und Förderungstätigkeit und eine mehrstufige Standortbewertung mehrgeschoßigen Wohnbaus in den Jahren 2019 bis 2021.In den Ergebnissen der Arbeit wurde festgestellt, dass das Bundesland Salzburg über umfangreiche Instrumente für leistbares Wohnen im Raumordnungsrecht verfügt, diese jedoch nur zögerlich umgesetzt werden. Im Wohnbauförderungsgesetz sind erste Ansätze einer räumlichen Steuerungswirkung vorhanden,diese Regelungen gehen in ihrer rechtlichen Tiefe und in ihrem finanziellem Umfang allerdings nicht weit genug. Deshalb werden Vorschläge für überarbeitete Kriterien der räumlichen Steuerungswirkung empfohlen.
VERFASSER:IN
Kammerhofer Arthur
JAHR
2022
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Salzburg
ORT
übergreifend
