Lina Bo Bardis Gestaltungsidee als Grundlage für ein Gebäudeensemble in Andelsbuch
ABSTRACT
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Architektin Lina Bo Bardi und stellt den Versuch dar, zentrale Ansätze Lina Bo Bardis für einen eigenen Entwurf fruchtbar zu machen. Die Diplomarbeit gliedert sich dementsprechend in zwei Teile. Der erste Teil widmet sich der Architektin Lina Bo Bardi und ihrem Werk, das seine Anfänge in Italien und seinen Höhepunkt in Brasilien nimmt. Der Fokus liegt dabei auf der vernakulären Architektur, den kleinen Wohnhäusern am Stadtrand, die mit der ruralen Landschaft verbunden sind. Nach einem kurzen Exkurs über die Anfänge von Bo Bardis Schaffen in Italien beim damals sehr bekannten Architekturmagazin Domus spanne ich einen Bogen vom ersten Bau des Casa de Vidro, über das Casa Chame-Chame bis hin zum kleinen Casinha, dem Atelier Bo Bardi, das 30 Jahre nach dem Bau des Casa de Vidro auf demselben Grundstück gebaut wurde. Die Analyse der Häuser Bo Bardis macht eine Entwicklung vom modernen über das organisch geformte hin zu einem mit industriellen Produkten, aber handwerklich gefertigten Haus deutlich. Ihre Architektur ist geprägt von starken Kontrasten. Sie bewegt sich zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen sowie zwischen dem Individuellen und dem Kollektiven. Der zweite Teil der Diplomarbeit stellt einen Entwurf von zwei gemeinschaftlichen Häusern in Andelsbuch, einer Gemeinde in der Region Bregenzerwald in Vorarlberg, im Westen Österreichs dar. Dabei werden die Ergebnisse der Analyse, die im ersten Teil durchgeführt wurde, weiterentwickelt. Ausgangspunkt des Projekts ist ein altes Stahlbad – ein momentan leer stehendes Bestandsgebäude an einem kleinen Fluss, dem Brühlbach. Im Sinne Lina Bo Bardis geht es nicht darum den „alten Zustand“ wiederherzustellen sonder den „Genius Loci“, also den Geist des Ortes und damit seine Atmosphäre aufzugreifen und wieder zu beleben. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der den Weiler belebt, selbstverständlich wirkt und sich auf den Kontext bezieht. Das Ergebnis ist ein Langhaus und ein Turm, die gemeinsam mit einem Bestandsgebäude – dem alten Stahlbad – eine Trilogie der Gestalten bilden und den Weiler als Ort stärken.
VERFASSER:IN
Greber Carla
JAHR
2022
STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Vorarlberg
ORT
Andelsbuch
