Wohnraumressourcen im Hotelbauleerstand
ABSTRACT
Während meines Studiums begegne ich immer wieder der Frage, wie die Antwort auf die zukünftige Architektur lautet. Sei es im Gespräch mit Studierenden oder bei Vorträgen von Betreuer:innen und Professor:innen. Vieles wurde bereits errichtet, weitere Projekte folgen und doch sind zahlreiche Bauten unbewohnt oder unbenützt. Weil das Haus seinen „Charme“ verlor, das Gebäude nicht mehr die gewünschte Funktion repräsentiert oder der Bau ganz einfach in Vergessenheit geriet, bleiben jene Objekte leer. Besonders in Zeiten der ersten Auswirkungen des Klimawandels und der Verminderungen unseres natürlichen Raumes müssen wir achtsamer mit der Umwelt umgehen.Dadurch tritt auch die Aufgabe mit bereits Bestehendem zu arbeiten immer mehr in den Vordergrund. Nicht nur Gebäude in Stand zu halten, sondern vor allem damit neue Räume zu kreieren und entwerfen. Immerhin befinden sich gesellschaftliche Bedürfnisse sowie Lebensstile in einem ständigen Wandel der Zeit. Das Ziel wird es sein, eine neue Ebene der Anpassung zu schaffen und dem Gebauten nicht die Lebensdauer zu nehmen, sondern sie zu verlängern.Im Zuge meiner Diplomarbeit möchte ich mich nicht nur mit dem Umgang von Bestandsbauten auseinandersetzen. Mein Fokus richtet sich auf die Untersuchung von kulturell fremden Herangehensweisen mit Vorhandenem Neues zu schaffen. Schon seit Beginn meines Studiums bin ich beeindruckt von der modernen japanischen Architektur und dem einhergehenden Verständnis für Raum sowie Materialien. Zudem faszinieren mich japanische kollektive Wohnformen. Räume sind nicht nur private Eigenheime, sie fungieren vielmehr als nutzungsoffene „Mehrräume“ in gesellschaftlicher Hinsicht, von denen auch das Individuum profitiert. Dahingegen erleben wir in Österreich, vor allem im ländlichen Gebiet, einen sehr konventionellen Bezug zum Wohnen und eine grundsätzliche Ablehnung zu geteilten Wohnbereichen. Obwohl zukünftig die räumlichen als auch finanziellen Ressourcen in der Heimat immer knapper werden, gibt es hierzu noch wenig architektonische Beiträge zu nachhaltigen Lösungsvorschlägen gegenüber den gewohnten Neubauten für Einfamilien- und Reihenhäuser oder anderen Strukturen.Anhand des Szenarios in Japan, in Bezug auf die steigende Bevölkerungsdichte und den daraus resultierenden Wohnformen, möchte ich mit meiner Diplomarbeit für die zukünftigen Herausforderungen in Österreich einen dementsprechenden Architektur-Beitrag leisten, der sich am japanischen Modell orientiert. Das Ziel ist es, die Ideen und Raumvorstellungen eines japanischen Mehrparteienhauses in einem Bestandsbau in Österreich umzusetzen, über den kulturellen Tellerrand zu blicken und die Möglichkeiten des Wohnens im Bestand zu erforschen. Mit meinem Entwurf möchte ich Grenzen austesten. Grenzen der räumlichen Anpassbarkeit eines Bestandbaus wie auch Grenzen der architektonischen Nutzungsmöglichkeiten des Wohnens sollen in meinem Projekt erarbeitet werden.Ich glaube als angehende Architektin möchte ich nicht nur mit kollektivem Wohnen in einer individualisierten Gesellschaft ein nachhaltiges Zeichen setzen, sondern einen ebenso nachhaltigen Bezug auf Bestandsbauten erstellen und dessen Schönheiten hervorheben. Die ehemaligen Funktionen sollen überdacht und mit den Ressourcen neue Räume entwickelt werden.
VERFASSER:IN
Prantner Elisabeth
JAHR
2024
STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Tirol
ORT
Seefeld
