Am Beispiel der Gemeinde Wernberg in Kärnten
ABSTRACT
Steigende Materialpreise, unvorhersehbare Lieferzeiten und Lieferstops, mangelnde Reserven leistbaren Baugrunds, massiv ansteigende Versiegelung natürlicher Flächen sowie nicht zuletzt die globale Klimaerwärmung zwingen uns zu einer Kehrtwendung: Planen und Bauen will ressourcen-schonend neu gedacht werden. Dringend müssen wir den Paradigmenwechsel vom Neubaurausch und einem vermeintlichen Endloswachstum – kurzsichtigen Rezepten zur Bereicherung Weniger – zum Sanieren, Instandhalten und Wiederverwenden vollziehen, denn unser größtes Materiallager sind die Bestandsgebäude der Dörfer und Städte dieser Welt. Grundlos bauen heißt Naturraum und Energie verschwenden und kann keine Lösung mehr sein. Der vor kurzen entflammte Ukrainekrieg innerhalb Europas verdeutlicht die absurde Abhängigkeit der Baubranche von fossilen Energieträgern. Unsere thermischen und energetischen Gebäudestandards hinken dem ökologischen Fortschritt anderer Branchen meilenweit hinterher. Die vorliegende Arbeit wählt die Zuzugsgemeinde Wernberg in Kärnten als Fallbeispiel und kartiert ihren Leerstand. Leicht ist bewiesen, dass die vorhandenen Gebäude-Ressourcen, trotz kontinuierlicher Zuwanderung, kein zusätzliches Neubaugeschehen und keinerlei Versieglung notwendig machen. Die 363 notwendigen Wohneinheiten, die das Örtliche Entwicklungskonzept für die kommenden10 Jahre vorsieht, sind vorhanden! Durch ein Neu-Programmieren, Sanieren und Modernisieren bestehender Gebäude kann die Verschwendung von Flächen, Materialressourcen und grauer Energie verhindert, aber auch die traditionelle vernakuläre Architektur der Hauslandschaften in zeitgenössischer Form aufgewertet werden. Vergessene leerstehende Gebäude sind die nachhaltigste und spannendste Ressource, um wirtschaftlich klug und gestalterisch anspruchsvoll mit Materialien, Energien und Bauland umzugehen.
VERFASSER:IN
Revedin Catarina
JAHR
2022
STUDIENFACH
Hochbau und Entwerfen
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Kärnten
ORT
Wernberg
