Transformation von Arbeiterwohnungen in Pernitz
ABSTRACT
Als ich die Arbeiterwohnungen das erste Mal besuchte, bemerkte ich die Spuren an den Wänden. Diese Spuren erzählten die Geschichten verschiedener Zeiten, Kulturen und Menschen. In der Tat prägten die von den Bewohnern hinterlassenen Spuren die tatsächliche Identität dieser Wohnungen. Die Wohnung wurde von jedem neuen Bewohner neu gestaltet, um sie lebenswerter zu gestalten. Diese Betrachtungen führten mich dazu, kurze Gespräche mit Menschen zu führen, die in diesen Wohnungen und ihrer Umgebung gelebt hatten. In diesen Gesprächen versuchte ich herauszufinden, was diese Erfahrungen für sie bedeuteten, was sie zu ihrem Leben beigetragen haben und welche Auswirkungen sie auf ihr Leben hatten. Aus diesen Geschichten entwickelte sich die Vorstellung, dass in diesen Gebäuden ein generationenübergreifendes Wohnmodell realisiert werden könnte, das den Bedürfnissen der jüngeren und älteren Generationen in Pernitz gerecht wird und eine sozialere sowie wirtschaftlichere Lebensform schafft.Mir wurde durch die türkische Gemeinschaft, die hier lebt und weiterhin lebt, verdeutlicht, dass es machbar ist, dieser generationsübergreifenden Lebensweise eine andere Perspektive zu geben. Mein Ziel war es, in diese Gebäude Elemente der traditionellen türkischen Wohnkultur und des türkischen Lebensstils zu integrieren, um eine alternative Wohnform zu schaffen. Als starke Inspirationsquelle für dieses Modell dienten die typischen Merkmale türkischer Häuser – Wohnräume, die sich für eine Großfamilienstruktur eignen, mehrere Generationen unter einem Dach vereinen und Gemeinschaft und Solidarität fördern. Um eine neue Lebensweise zu schaffen, die sowohl individuelle als auch gemeinschaftliche Bindungen stärkt, wollte ich diese Eigenschaften mit den aktuellen Bedürfnissen verknüpfen.Gleichzeitig untersuchte ich, inwiefern diese alternative Wohnform mit den österreichischen kulturellen und sozialen Werten in Einklang stehen könnte. Diese Arbeit ist nicht nur ein architektonische Gestaltung, sondern auch der Versuch, einen innovativen und nachhaltigen Ansatz zu schaffen, der einen Lebensstil reflektiert, der durch die Verbindung von Kulturen entsteht.
VERFASSER:IN
Semiz Kübra
JAHR
2024
STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich
ORT
Pernitz
