Räumliche Ansätze zum Umgang mit Bevölkerungsrückgang in Klein- und Mittelstädten
ABSTRACT
Bevölkerungsrückgang und Wirtschaftskraftverlust sind politisch und planerisch herausfordernde Themen, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft wenig Beachtung finden. Dennoch ist Schrumpfung für viele Klein- und Mittelstädte in Europa Realität. Statt Bevölkerungsprognosen mit Zweckoptimismus und «Happy Planning» zu ignorieren, sollte ein offener und aktiver Umgang mit dem Phänomen angestrebt werden, um ein Steuern des Schrumpfungsprozesses zu ermöglichen. Dabei gilt es, die raumplanerischen Gestaltungsmöglichkeiten optimal zu nutzen, um für die verbleibende Bevölkerung ein lebenswertes Umfeld zu schaffen und neue Impulse zu setzen.Ziel der Arbeit ist es, anhand von Good-Practice-Beispielen Herangehensweisen im Umgang mit Bevölkerungsrückgang zu untersuchen und Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten. Das aktive Bekenntnis von Klein- und Mittelstädten zur Schrumpfung steht dabei im Fokus.Aufbauend auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Schrumpfung im raumplanerischen Kontext werden Gründe für ihr Auftreten erläutert. Dabei werden sowohl die daraus resultierenden Probleme als auch die sich ergebenden Potentiale für Klein- und Mittelstädte thematisiert. Im empirischen Teil der Arbeit werden Planungsansätze aus drei Fallbeispielen im europäischen Raum untersucht. Konkret werden die auf den verschiedenen Planungsebenen gewählten Ansätze zum Umgang mit Schrumpfung in den Städten Eisenerz (AT), Leinefelde (DE) und Heerlen (NL) analysiert. Vor dem Hintergrund lokaler Spezifika und möglicher Übertragbarkeiten werden die Prozesse reflektiert und zueinander in Beziehung gesetzt.Die Ergebnisse der Forschungsarbeit sollen von Bevölkerungsrückgang betroffene Städte und Gemeinden bei der aktiven Gestaltung von Schrumpfungsprozessen unterstützen. Mögliche Handlungsoptionen werden dabei anhand eines idealtypischen Prozessablaufs sowie eines nach Wirkungsbereichen differenzierten Werkzeugkatalogs aufgezeigt. Mittels der Formulierung von Thesen zum proaktiven Umgang mit Schrumpfung werden die wichtigsten Erkenntnisse festgehalten.
VERFASSER:IN
Brandstetter Tom
JAHR
2024
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
übergreifend
ORT
übergreifend
