ABSTRACT
Gemeinnützige Bauvereinigungen sind in Österreich ein wesentlicher Bestandteil des Immobilienmarktes und tragen mit ihren billigen Preisen, welche durch die Festlegungen im Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz und der oft beanspruchten Wohnbauförderung zustande kommen, einen großen Teil für den leistbaren Wohnraum bei. Dieser Beitrag wird aufgrund der seit Jahren stark steigenden Preise am Immobilienmarkt und aktuell im Energiesektor vor allem für Menschen mit einem geringen Einkommen immer wichtiger. Jedoch haben auch gemeinnützige Bauträger vermehrt mit den steigenden Grundstücks- und Baukosten zu kämpfen. Dabei macht die Standortwahl von Wohnprojekten einen großen Unterschied für Bauträger und Kund*innen. Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die räumliche Verteilung von gemeinnützigen Wohnprojekten in Niederösterreich zu analysieren und aufzuzeigen sowie in Relation zu der Verteilung von gewerblichen Wohnprojekten zu setzen. Auf diese Weise kann überprüft werden, welche räumlichen Differenzen es in der Verteilung zwischen dem gemeinnützig handelnden und den gewinnorientierten Sektoren gibt. Ebenso wird durch einen Vergleich der Preise und der durchschnittlichen Wohnkostenbelastung deren Einfluss auf das leistbare Wohnen offengelegt. Zur Beantwortung dieser Fragen wurde eine Studie mit induktivem Ansatz durchgeführt. Konkret werden durch die Auswertung diverser statistischer Daten auf Gemeindeebene des Immobilienmarktes zwischen 2016 und 2022 in Niederösterreich die Ergebnisse geliefert. Die Urban-Rural-Typologie dient dabei als räumliche Klassifizierungsmethode der Gemeinden. Die Untersuchung der aufbereiteten Daten erfolgte mithilfe einer explorativen Datenanalyse. Die daraus resultierenden Ergebnisse zeigen bei gemeinnützigen Bauvereinigungen eine großflächige Verteilung in zentralen und bis in viele ländlichen Lagen sowie eine Fokussierung entlang der hochrangigen Infrastruktur auf. Aufgrund der dennoch vorhandenen Anhäufung von Gemeinden in ruralen Regionen mit keinem oder einem sehr geringen Anteil des gemeinnützigen Wohnbaus lässt auf keine gleichmäßige Verteilung schließen. Nichtsdestotrotz leisten gemeinnützige Bauvereinigungen den größten Beitrag zum leistbaren Wohnbau und zur Versorgung vieler strukturschwacher Gemeinden in Niederösterreich, da sich die Standortwahl von gewerblichen Bauträgern eindeutig auf die attraktivsten und teuersten Lagen mit demensprechend höheren Preisen konzentriert.
VERFASSER:IN
Stimpfl Maximilian
JAHR
2023
STUDIENFACH
Raumplanung
UNIVERSITÄT
TU Wien
BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich
ORT
