Der Niederösterreichische Infrastrukturkostenkalkulator (NIKK) und seine Einsatzmöglichkeiten in der örtlichen Raumordnung als ein Instrument zur Förderung einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung


ABSTRACT

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie der Niederösterreichische Infrastrukturkostenkalkulator (NIKK) in der Planungspraxis eingesetzt werden kann, um die Entscheidungsfindung im Bereich der Siedlungsentwicklung transparenter, nachvollziehbarer und nachhaltiger zu gestalten. Hierzu werden Grundsatze, Verfahren und Instrumente der örtlichen Raumordnung in Niederösterreich mit den Zielsetzungen der nachhaltigen Siedlungsentwicklung und der Methodik der Fiskalischen Wirkungsanalyse in Beziehung gesetzt. Die Einsatzmöglichkeiten des NIKK zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Kommunalplanung ergeben sich grundlegend aus seiner Funktion als ein Werkzeug zur Abschätzung der finanziellen Wirkung eines Planungsvorhabens auf das Gemeindebudget, der projektinduzierten Bevölkerungsveränderung und Flächeninanspruchnahme sowie weiterer städtebaulicher Dichte- und Effizienzkennwerte: Zum einen können damit einschlägige Planungsleitziele und -richtlinien operationalisiert und auf die Gemeindesituation heruntergebrochen werden; zum anderen trägt der NIKK als Vermittlungs- und Kommunikationsinstrument zur Bewusstseinsbildung in Sachen nachhaltiger Siedlungsentwicklung bei.In einem Abschichtungsprozess werden drei Modelle der systemischen Einbindung in die Planungsebenen der örtlichen Raumordnung entwickelt: Die gesamthaft-strategische Ebene des örtlichen Entwicklungskonzepts, die individuell-konkrete Ebene des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans und eine Querschnittsebene für Spezialfragen.In empirischen Feldtests wird schließlich diese Modellbildung realitätsnah auf ihre Relevanz geprüft und gemeinsam mit beteiligten Akteur:innen aus der Gemeindeverwaltung und der Ortsplanung reflektiert. Anhand von sechs Praxisbeispielen wird in den drei Anwendungsebenen gezeigt, dass der NIKK je nach Planungsstand und Fragestellung in der örtlichen Raumordnung flexibel eingesetzt werden kann, um Aspekte einer ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Siedlungsentwicklung in der Planungsabwägung und Entscheidungsfindung nachvollziehbar und transparent einfließen zu lassen. So können auf strategischer Ebene durch die Beschränkung auf wenige zentrale Inputdaten rasch Vergleiche zwischen Innenentwicklungsgebieten und Potenzialflächen der Siedlungserweiterung angestellt werden, während auf taktischer Ebene der Nutzen in der Wirkungsabschätzung einzelner Entwicklungsbereiche liegt. Darüber hinaus haben sich weitere spezialisierte Anwendungs- und Anknüpfungsmöglichkeiten ergeben. Trotz aller inhaltlicher Diversität der Einsatzmöglichkeiten des NIKK bleibt eine Konstante bestehen: Indem fiskalische Wirkungen durch konkrete Kennwerte monetarisiert werden, spielt bei einem NIKK-Einsatz nicht zuletzt die bewusstseinsbildende Komponente stets eine wichtige Rolle.

VERFASSER:IN
Obmann Ramon

JAHR
2023

STUDIENFACH
Raumplanung

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich

ORT

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