bricoleur-torium

Strategien zur Nachnutzung der Bahnwächterhäuser an der Semmeringbahn


ABSTRACT

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Weiternutzung von Bahnwächterhäusern an der Semmeringbahn entlang. Neben den Kunstbauten, den Viadukten und Tunnel, wird die Semmeringbahn von den Wächterhäusern charakterisiert, welche die Strecke kontinuierlich begleiten. 144 Jahre später wurde beschlossen, die Semmeringbahn als älteste Bahnstrecke der Welt in die Liste der UNESCO-Welterbestätte aufzunehmen. Seit dem steht die gesamte Semmeringbahnstrecke sowie die damit verbundenen Hochbauten unter Denkmalschutz und gehören der ÖBB. Als wichtige kulturelle Zeugnisse ist es von großer Bedeutung ihre Identität und Geschichte zu bewahren.Der Ort Semmering definiert sich in den ersten Jahrzehnten nach dem Bahnbau eher eine Durchreise als Zielstation. Mit dem Bau des „Südbahnhotels“ und einer einfachen Restauration für Tagesausflügler lockte der Semmering Gäste an. Ein rasantes Wachstum setzte ein, Hotelbauten entstanden, die etwa mit den Namen Panhans und Silberer verbunden sind, ausgedehnte Parkanlagen wurden der englischen Gartengestaltung nachempfunden. Neben den Hotels war eine Villenkolonie entstanden, sodass sich ein ortsähnlicher Charakter ergab. Ein künstlicher Ort in einer vormals durch Forst- und Almwirtschaft geprägten Umgebung. Nach einer ersten Phase mit einer Dominanz von Villen und Gästen auf Sommerfrische vermittelte der Semmering nach der Jahrhundertwende mit seinen Großhotels das Ambiente eines international beachteten Höhenluftkurortes. Der Semmering zählte außerdem auch zu den bedeutendsten Zentren des Wintertourismus.Derzeit gilt der Semmering als Entwicklungsgebiet, wo damals viele Künstler, Schriftsteller, Maler als ein Rückzugsort bzw. ein Arbeitsort, ist jetzt Stille. Die Grundlage dieser Arbeit geht vom Großmaßstäblichem ins Kleine ein und untersucht genau das, was mit der Zeit verloren gegangen ist. In der Makro-Ebene werden kulturelle, soziologische und architektonische Aspekte der Semmeringerregion in Bezug auf die Entstehung der Bahnlinie untersucht. In der Meso-Ebene wird auf die Nach- und Umnutzungsstrategien eingegangen. Zum Schluss werden als Mikro-Ebene dieser Arbeit einzelne Akteure, in unserem Fall die Bahnwächterhäuser, untersucht. Gegenüber dem Hintergrund der Häuser wird eine aktuelle Nachnutzung beabsichtigt. Die Mikroorganismen dieser Arbeit bilden die Wächterhäuser, die als Zwei- bzw. Dreistöckige Steinbauten in Sichtabstand entlang der Bahnstrecke errichtet worden sind. Sie dienten dem Bahnwächter und seiner Familie als Dienst- und Wohnort. Ihre betrieblichen Funktionen haben die Wächterhäuser längst verloren, sie werden heute als Wohn- und Wochenendhäuser verwendet, etliche stehen leer. Durch die Fertigstellung des Basistunnel Semmering wird die jetzige Bahnstrecke ab 2030 nur als Ersatzstrecke benötigt, welche neue Nutzungsmöglichkeiten aufzeigt. Was wäre, wenn diese Häuser andere Zugangsmöglichkeiten hätten? Dieser historischen Räume eine neue Qualität der Beziehung zwischen Gebäude und Landschaft zu entwickeln werden von insgesamt 47 Häusern, die sich zwischen Niederösterreich und Steiermark verteilt sind, werden anhand von zwei exemplarisch ausgewählten Situationen am Bestandsbau eine Umbaustrategie angewendet.

VERFASSER:IN
Özkan Ezgi

JAHR
2024

STUDIENFACH
Architektur und Entwerfen

UNIVERSITÄT
TU Wien

BUNDESLAND/LAND
Niederösterreich, Steiermark

ORT
Semmeringbahn

LINK ZUR ARBEIT

Cookie Consent mit Real Cookie Banner