Wie können Menschen aktiv in die Gestaltung ihrer Lebensräume eingebunden werden? Und welche Räume braucht es, um Begegnung, Austausch und Beteiligung zu ermöglichen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende der Architektur und Raumplanung der TU Wien bei der Entwicklung des landuni MiMaMo (Mitmachmodul).
Das MiMaMo ist ein mobiles und modulares Raumlabor, das Lehre, Forschung und regionale Praxis miteinander verbindet. Es entstand im Rahmen einer Entwurfslehrveranstaltung und wurde entwickelt, um Erfahrungen, Perspektiven und Themen aus den Regionen aufzugreifen und in Forschung und Lehre zurückzuspiegeln.

Die einzelnen Module können flexibel kombiniert und an unterschiedliche Situationen angepasst werden. So entstehen temporäre Orte für Information, Austausch und Mitwirkung. Anfang Juni wurde das MiMaMo erstmals im Rahmen eines dreitägigen Feldtests unter realen Bedingungen erprobt. An drei unterschiedlichen Orten in Niederösterreich, im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz, am Slow Food Markt am Hauptplatz in Horn sowie vor dem Schloss in Drosendorf im Rahmen eines Sommerfestes, testeten die Studierenden das von ihnen entwickelte Raumlabor und sammelten Erfahrungen zur Nutzung der Module, zur Wirksamkeit verschiedener Beteiligungsformate und zur Wahrnehmung durch die Besucher:innen.

Dabei zeigte sich, dass Sichtbarkeit und Niederschwelligkeit entscheidende Faktoren für erfolgreiche Beteiligungsprozesse sind. Besonders interaktive Formate, die ohne großen Aufwand genutzt werden können, luden Besucher:innen dazu ein, ihre Meinungen, Erfahrungen und Ideen einzubringen. Gleichzeitig entstanden zahlreiche spontane Gespräche und Begegnungen. Auch die räumliche Gestaltung spielte eine wichtige Rolle. Einzelne Module, wie etwa das PV-Modul in Kombination mit einer Liegefläche, erwiesen sich als Blickfänge, die Neugier auf die dahinterstehenden Inhalte weckten.

Neben Erkenntnissen für die Weiterentwicklung der Module bestätigte der Feldtest: Beteiligung braucht Räume. Räume, die offen, flexibel und einladend sind. Mit dem MiMaMo steht künftig ein Werkzeug zur Verfügung, das genau ein solches Setting schaffen kann.
Ab dem Wintersemester 2026 kann das MiMaMo für unterschiedlichste Zwecke genutzt werden. Es steht Forschenden und Lehrenden ebenso offen wie Gemeinden, Vereinen, Initiativen und weiteren regionalen Akteur:innen, ob als Informationsort, Treffpunkt, Ausstellungsraum oder für Beteiligungsprozesse. So wird das MiMaMo zu einer Plattform, die Wissen in beide Richtungen bewegt: von Forschung und Lehre in die Regionen und von den Regionen zurück in Forschung und Lehre.

Lehrende und landuni-Team (stehend): Benjamin Altrichter, Lea Fröhlinger
